Nagel trifft mit der Schlusssirene: Ligateam ringt Tabellenführer Frankfurt nieder
Was für ein Handball-Krimi! Mit einem Treffer zwei Sekunden vor dem Ende sicherte Monja Nagel dem TV Hannover-Badenstedt einen vielumjubelten 23:22 (9:12)-Heimsieg gegen den bis dahin verlustpunktfreien Frankfurter Handball Club. Vor 170 begeisterten Zuschauern in der SalzwegArena drehten die Gastgeberinnen eine Partie, in der sie über weite Strecken einem Rückstand hinterherlaufen mussten.
Nach dem 20:22 in der 56. Minute sprach vieles für einen Erfolg der Gäste. Doch angeführt von einer starken Lotta Willuhn im Tor, einer kompromisslosen Defensivarbeit und großem kämpferischen Einsatz gelang Hannover die Wende. Drei Treffer in Serie sorgten für den dritten Saisonsieg und einen perfekten Start mit 6:0 Punkten. Frankfurt musste dagegen die erste Niederlage der Saison hinnehmen und steht nun bei 6:2 Zählern.
Intensives Duell auf Augenhöhe
Die Zuschauer erlebten über 60 Minuten ein temporeiches und körperbetontes Drittligaspiel, in dem insbesondere die beiden Abwehrreihen und Torhüterinnen den Ton angaben. Den besseren Start erwischte zunächst Hannover. Monja Nagel erzielte mit einem feinen Schlagwurf die frühe Führung zum 1:0, ehe Frankfurt mit einem 3:0-Lauf antwortete und auf 1:3 stellte. Die Gastgeberinnen konterten umgehend und drehten die Partie durch Treffer von Lena Krüger, Elies Mertens und Jule-Marie Jördens zum 4:3.
Bis zum 6:5 behauptete Hannover die Führung, dann übernahmen die Gäste wieder die Initiative und setzten sich auf 6:8 ab. Zur Pause lag der FHC mit 12:9 vorn. Ausschlaggebend waren unter anderem fünf Pfostentreffer sowie zwei vergebene Siebenmeter der Gastgeberinnen. Beide Mannschaften hatten gegen die aggressiv und diszipliniert agierenden 6:0-Abwehrreihen große Mühe, zu klaren Torchancen zu kommen. Viele Treffer entstanden nach Ballgewinnen und schnellem Umschaltspiel.
Frankfurt setzt sich ab, Hannover bleibt dran
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel von hoher Intensität geprägt. Nachdem Hannover seinen dritten Siebenmeter vergeben hatte, nutzten die Gäste die Gelegenheit und gingen erstmals mit vier Toren in Führung (10:14). Bis zur 42. Minute hielt Frankfurt den Abstand beim 15:18 konstant.
Der TV Hannover-Badenstedt ließ sich jedoch nicht abschütteln und kämpfte sich Schritt für Schritt zurück. Mit zunehmender Spielzeit wurden die Gastgeberinnen mutiger und konnten den Druck auf die Frankfurterinnen kontinuierlich erhöhen.
Dramatische Schlussphase begeistert die Zuschauer
Als Monja Nagel in der 50. Minute zum 19:19 ausglich und Frankfurt kurz darauf eine Zeitstrafe hinnehmen musste, schien das Momentum erstmals auf Seiten der Gastgeberinnen zu liegen. Doch Hannover konnte die Überzahl nicht nutzen und leistete sich zwei technische Fehler. Frankfurt zog erneut auf 19:21 und später auf 20:22 davon.
Beim 20:22 durch Joana Rafaela Pires knapp fünf Minuten vor dem Ende standen die Gäste bereits dicht vor dem Auswärtssieg. Doch die Mannschaft von Domenik Pflughaupt und Jonas Lukowski stemmte sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage.
Angetrieben vom Publikum brachte eine offensivere Deckungsvariante den Frankfurter Angriff zunehmend aus dem Rhythmus. Gleichzeitig wuchs Lotta Willuhn im Tor über sich hinaus. Elies Mertens und Marlen Wills stellten auf 22:22 und sorgten für eine hochspannende Schlussminute.
Nach einem technischen Fehler der Gäste erhielt Hannover 45 Sekunden vor Schluss nochmals den Ball. Die Gastgeberinnen spielten den letzten Angriff geduldig aus. Zwei Sekunden vor dem Ende fasste sich Monja Nagel ein Herz und traf rechts oben ins Tor zum umjubelten Siegtreffer.
Pflughaupt lobt Mentalität und Defensivarbeit
Hannovers Trainer Domenik Pflughaupt zeigte sich nach dem Spiel vor allem von der Einstellung seiner Mannschaft beeindruckt:
„Wir lassen vor allem in der ersten Hälfte zu viel liegen und kommen insgesamt auf 24 Fehlwürfe. Unsere Deckungsleistung im Zusammenspiel mit Lotta Willuhn war jedoch überragend. Frankfurt erzielt nach der Pause nur neun Treffer. Unsere körperlichen Nachteile haben wir durch viel Dynamik und Entschlossenheit ausgeglichen. In der Schlussphase hatten wir die größeren Reserven und den unbedingten Willen, uns vor diesem fantastischen Publikum zu belohnen.“
Starke Leistungen auf beiden Seiten
Auf Frankfurter Seite überzeugten insbesondere Torhüterin Dijana Dajic sowie die siebenfache Torschützin Joana Rafaela Pires. Beim TV Hannover-Badenstedt ragte die Defensive mit dem variabel besetzten Innenblock um Nele Kurok, Anna Rudolf und Nelli Scharf heraus. Dahinter entwickelte sich Lotta Willuhn mit zahlreichen Paraden, insbesondere in der Schlussphase, zu einem entscheidenden Faktor.
Im Angriff setzten vor allem Monja Nagel (7/2), Elies Mertens (5/1) und Jule-Marie Jördens (4) die Akzente.
Es spielten und trafen für den TV Hannover-Badenstedt:
Lia Oppermann, Marleen Wiegard und Lotta Willuhn - Monja Nagel (7/2), Elies Mertens (5/1), Jule-Marie Jördens (4), Lena Krüger (2), Marlen Wills (2), Leni Köwing (1), Anna Rudolf (1), Anastasia Zimmermann (1), Lea Sophie Graich, Nele Kurok, Alena Müller, Nelli Scharf, Ann-Cathrin Tissier.






Kommentare