Ligateam nimmt nach starker Auswärtsleistung Punkt aus Harrislee mit
- Erik Nagel
- vor 4 Tagen
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Der TV Hannover-Badenstedt kehrte am Samstagabend mit einem 24:24-Unentschieden aus der Idraetshallen Flensborg zurück. Nach einer dominanten ersten Halbzeit, einer umstrittenen Disqualifikation und einer dramatischen Schlussphase teilten sich beide Teams die Punkte. Angesichts der personellen Ausgangslage und den beiden Niederlagen zu Jahresbeginn ist der Punktgewinn für Hannover hoch einzuschätzen.
Starker Start trotz fehlender Top-Torschützinnen
Der TV Hannover-Badenstedt musste ohne seine beiden besten Torschützinnen Chiara Rohr und Saskia Rast antreten – und legte dennoch einen beeindruckenden Start hin. Marlen Wills, Jule-Marie Jördens und Elies Charlott Mertens sorgten früh für eine 3:0-Führung. Die Deckung stand kompakt, und Torhüterin Lotta Willuhn erwischte einen bärenstarken Tag, parierte freie Würfe und gab ihrer Mannschaft enorme Sicherheit.
Fragwürdige Rote Karte – TVHB bleibt stabil
In der 13. Minute folgte der erste große Aufreger: Marlen Wills sah nach einem Zweikampf eine sehr fragwürdige direkte Rote Karte. Hannover blieb ruhig, kompensierte die kurze Unterzahl souverän und setzte sich weiter ab. Bis zur 24. Minute spielte der TVHB nahezu fehlerfrei und führte verdient mit 12:4. Harrislee verkürzte bis zur Pause auf 6:12, doch die Gäste hatten das Spiel bis dahin fest im Griff.
Zweite Halbzeit: Harrislee kämpft sich zurück
Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie offener. Harrislee fand über Leonie Mettner, Madita Jeß und Sophia-Luise Frauenschuh zunehmend Lösungen. Hannover hielt dagegen: Mertens, Köwing, Döpke und Jördens trafen in wichtigen Momenten. Beim 17:11 (37.) schien der TVHB weiterhin auf Kurs.
Doch die Gastgeberinnen nutzten eine Phase technischer Fehler und schmolzen den Vorsprung Tor um Tor ab. Spätestens beim 18:20 (46.) war das Spiel völlig offen.
Crunchtime: Nervenstärke und Drama bis zur letzten Sekunde
Jule-Marie Jördens übernahm Verantwortung und verwandelte zwei Siebenmeter sicher. Dennoch blieb Harrislee dran. In den letzten zwei Minuten folgte ein Schlagabtausch, der an Spannung kaum zu überbieten war.
Nach dem 23:24 aus Sicht der Gastgeberinnen nahm Harrislee 16 Sekunden vor Schluss sein letztes Timeout. Der folgende Angriff landete sechs Sekunden vor dem Ende bei Madita Jeß – und die traf zum 24:24-Endstand. Der TVHB konnte den letzten Ball nicht mehr im Tor unterbringen.
Stimme des Trainers
Trainer Domenik Pflughaupt zeigte sich nach dem Spiel zufrieden mit der Reaktion seiner Mannschaft, haderte aber mit dem Verlauf der zweiten Halbzeit:
„Nach den beiden Niederlagen zum Jahresbeginn hat die Mannschaft eine starke Reaktion gezeigt. Die erste Halbzeit war defensiv nahezu perfekt. Im Angriff lassen wir allerdings zu viele klare Chancen liegen – sonst gehen wir mit einem deutlich größeren Vorsprung in die Pause. Nach dem Seitenwechsel verlieren wir unseren Spielfluss, und das Angriffsspiel von Harrislee im Wartburger Modell mit vier Rückraumspielerinnen bekommen wir erst spät in den Griff. In den letzten Sekunden agieren wir gegen die Manndeckung dann als Team zu ungeschickt und geben dadurch einen Punkt her.“
Fazit
Der TV Hannover-Badenstedt zeigte eine starke Auswärtsleistung, besonders angesichts der Ausfälle von Rohr und Rast. Die Mannschaft dominierte die erste Halbzeit, kompensierte eine fragwürdige Disqualifikation und hielt dem Druck in einer hitzigen Schlussphase stand. Am Ende steht ein Punkt, der verdient ist – und dennoch das Gefühl hinterlässt, dass mehr möglich gewesen wäre.
Aufstellung und Tore:
Nicola Czaja, Lotta Willuhn, Jule-Marie Jördens (7/2), Elies Mertens (4), Monja Nagel (3), Pia Döpke (2), Leni Köwing (2), Nelli Scharf (2), Lena Seehausen (2), Nele Kurok (1), Marlen Wills (1), Emmie Pauline Eidam und Annika Hanne.
Zum Spielbericht der Gastgeberinnen








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