Aufholjagd nach Horrorphase - TV Ligateam erkämpft sich ein verdientes 29:29
Wer nach 14 Minuten mit 3:11 zurückliegt und sich dennoch zurück kämpft, hat sich einen Punkt verdient. Beim 29:29 (14:17) gegen die HSG Eider Harde zeigte der TV Hannover-Badenstedt enorme Moral, drehte einen zwischenzeitlichen Acht-Tore-Rückstand und verpasste am Ende sogar nur knapp den Heimsieg. Damit stand der erste Punktverlust in dieser Saison fest, Hannover bleibt mit 9:1 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz der Dritte Liga Nord.
Traumstart wird zur Horrorphase
Dabei hatte die Partie für die Gastgeberinnen zunächst optimal begonnen. Da Cheftrainer Pflughaupt verhindert war, betreute Co-Trainer Jonas Lukowski mit A-Jugend-Trainer Maximilian Lübbersmeyer die Mannschaft an der Seitenlinie. Seine Mannschaft erwischte einen Traumstart. Nach Treffern von Marlen Wills, Monja Nagel und Leni Köwing führte der TV Hannover-Badenstedt nach nicht einmal vier Minuten mit 3:0.
Was dann folgte, war kaum zu erklären. Im Angriff schlichen sich technische Fehler, Ballverluste und überhastete Abschlüsse ein. Die Gäste nutzten dies gnadenlos aus und drehten die Partie innerhalb weniger Minuten komplett. Aus dem 3:0 wurde ein 3:11. Die Schleswig-Holsteinerinnen legten einen unglaublichen 11:0-Lauf aufs Parkett und schienen die Begegnung bereits nach einer Viertelstunde entschieden zu haben.
Kurok bricht den Bann
Erst der Treffer von Nele Kurok zum 4:11 brach den Bann. Mit diesem Tor schien auch bei den Gastgeberinnen der Knoten zu platzen. Der TV Hannover-Badenstedt fand zu seiner Sicherheit zurück, reduzierte die Fehlerquote deutlich und kämpfte sich mit jeder gelungenen Aktion weiter heran. Während Eider Harde zunehmend an Souveränität verlor, gewann Hannover sichtbar an Selbstvertrauen. Tor um Tor schmolz der Rückstand, bis beim Stand von 14:17 die Halbzeitsirene ertönte. Nach der zuvor scheinbar aussichtslosen Lage hatte sich Hannover eindrucksvoll zurückgemeldet.
Hannover dreht die Partie
Nach dem Seitenwechsel setzte sich die Aufholjagd eindrucksvoll fort. Hannover kam mit viel Energie aus der Kabine, glich zunächst zum 19:19 aus und ging in der 40. Minute durch Lena Krüger erstmals seit der Anfangsphase wieder in Führung (20:19). Die Partie hatte sich nun vollständig gedreht.
Der TV Hannover-Badenstedt spielte sich nun in einen Rausch. Über 23:20 und 25:22 bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung weiter aus. Als Marlen Wills in der 47. Minute zum 26:22 traf, schien der Weg zum Heimsieg geebnet.
Dramatische Schlussphase ohne Sieger
Doch die Gäste steckten ihrerseits nicht auf. Angeführt von ihrer zehnfachen Torschützin Ellis Meg Bruhn kämpfte sich die HSG Eider Harde zurück in die Begegnung. In der 51. Minute erzielte Maja Zwanziger den Treffer zum 26:26-Ausgleich.
Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich eine ausgeglichene und zunehmend von Nervosität geprägte Schlussphase, in der sich auf beiden Seiten wieder mehr Fehler einschlichen. Dreimal legte der TV Hannover-Badenstedt vor. Als Leni Köwing in der 57. Minute einen Siebenmeter zum 29:28 verwandelte, durfte das Publikum erneut auf einen Heimsieg hoffen. Doch nur wenige Sekunden später glich Margit Rohwer ebenfalls per Strafwurf zum 29:29 aus.
In den verbleibenden drei Minuten gelang keinem Team mehr ein Treffer. Die Gäste konnten ihr letztes Angriffsrecht nicht nutzen, doch auch Hannover fand nicht mehr die entscheidende Lücke. So stand am Ende ein Unentschieden, das sich für beide Mannschaften gleichermaßen richtig und unbefriedigend anfühlte. Während die Gäste ihrem zwischenzeitlichen Acht-Tore-Vorsprung nachtrauerten, ärgerte sich Hannover über eine zwischenzeitliche Vier-Tore-Führung in der zweiten Halbzeit. Nach dem Spielverlauf überwog auf hannoverscher Seite jedoch die Erkenntnis, nach einer scheinbar aussichtslosen Situation eindrucksvoll zurückgekommen zu sein und sich einen verdienten Punkt erkämpft zu haben.
Willuhn hält Hannover im Spiel
Großen Anteil am Punktgewinn hatte erneut Torhüterin Lotta Willuhn, die mit mehreren starken Paraden wichtige Impulse setzte und ihre Mannschaft insbesondere in kritischen Phasen im Spiel hielt.
Erfolgreichste Werferin des TV Hannover-Badenstedt war Monja Nagel mit sieben Treffern. Dahinter folgten Leni Köwing, Lena Krüger und Marlen Wills mit jeweils fünf Toren. Bemerkenswert dabei: Die 29 Treffer verteilten sich auf viele Schultern und unterstrichen einmal mehr die mannschaftliche Geschlossenheit des TV Hannover-Badenstedt.
TV Hannover-Badenstedt: Lotta Willuhn und Lia Oppermann im Tor; Monja Nagel 7, Leni Köwing 5/1, Lena Krüger 5, Marlen Wills 5, Jule-Marie Jördens 4, Nele Kurok 2, Anastasia Zimmermann 1, Lea-Sophie Graich, Hanna Meyer, Anna Rudolph, Nelli Scharf, Ann-Cathrin Tissier.
Zum Fotoalbum des Spiels (Fotos: CPS)






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