Weibliche Jugend D: Ulzburgcup 2019

Alle Jahre wieder. Auch 2019 meldeten wir wieder für den Ulzburgcup, um wenige Wochen nach dem Altersklassenumbruch allen Mädchen zeigen zu können, wo der Hammer hängt. Und wie jedes Jahr hängt er nicht in Hannover. Zunächst hatten wir eine personelle Aufgabe zu lösen, denn drei Monate Vorlaufzeit waren diesmal nicht genug, ein Drittel der Mädchen hatte Himmelfahrt andere Pläne. Also gingen wir rekrutieren und konnten mit Franzi, Jona, Laura und Nele vier Gastspielerinnen verpflichten, die sich schon auf der Zugfahrt Richtung Norden bei uns nahtlos einfügten.

In einem Teilnehmerfeld von 15 Mannschaften hatten wir in unserer Vorrundengruppe eine ganz bunte Mischung an Gegnern erwischt. Die MTG Wangen war aus Bodenseenähe angereist, der Rostocker HC von der Ostseeküste und die HF Flensburg Munkbrarup von der dänischen Grenze. Und auch in der Spielstärke gab es riesige Unterschiede. Gegen Wangen hatten wir wenig Schwierigkeiten und konnten uns mit 22:9 durchsetzen. Ganz anders lief es dann gegen den Rostocker HC (späterer Finalist Nr. 1). Rostock deckte eine sehr offensive Raumdeckung und bereitete den Mädchen reichlich Unbehagen. Reihenweise schmissen die Badenstedterinnen den Ball zum Gegner und ließen sich eine Halbzeit lang wie eine Anfängermannschaft vorführen. Dass wir keine Anfängermannschaft sind, konnten die Mädchen dann nach der Pause mit ein wenig Input beweisen und endlich wehrte sich der TVB. Mit 9:16 zogen wir uns noch recht gut aus der Affäre. Bereits vor dem dritten Vorrundenspiel gegen Flensburg war die Prognose: “Das wird ein großartiges Spiel!Flensburg Munkbrarup spielte ebenso offensiv ausgerichtet wie wir und hatte gegen Wangen einen ganz tollen Ballklau-Handball gespielt. Über das Spiel ließen sich hier Romane schreiben oder ein EKG des Trainers am Rande der Gefahrenzone aufmalen … 14:14 war das verdiente Ergebnis. Das Spiel hat so viel Spaß gemacht, dass wir hinterher spontan die Flensburger Nachbesprechung crashten und mit den Gegnerinnen gemeinsam die Spielanalyse machten.

Nur weil wir ein klein wenig torhungriger waren als die Flensburger Mädchen, erreichten wir das Viertelfinale. Dass der Gegner GW Schwerin (späterer Finalist Nr. 2) in drei Vorrundenspielen ein Torverhältnis von 80:9 rausgeschossen hatte, verschwiegen wir zunächst der Mannschaft. Dass Anpfiff um 8:30 Uhr sein würde, verrieten wir erst unmittelbar vor der abrupt verordneten Bettruhe. Bis dahin durften sich die Mädchen noch mal bei der einzigartigen Ulzburger Beachhandballparty austoben, dem einzigen sportlichen Wettkampf, in dem eine Bundesligaherrenmannschaft chancenlos gegen eine weibliche D-Jugend wäre.

Morgens hatten sich die Mädchen eine sehr sportliche Aufgabe gesetzt und wollten das Frühstück um 7:00 trotz Tiefschlaf um 6:50 noch rechtzeitig erreichen. Fast geschafft … In der Halle Sportland erwarteten uns dann recht ausgeschlafene Mädchen von GW Schwerin. Wie gegen Rostock startete der TVB erst einmal wie eine Anfängermannschaft und ließ sich von einer sehr starken offenen Raumdeckung vollkommen abkochen. Mit 15 Toren Rückstand ging es in die Pause … so groß war der Leistungsunterschied dann doch nicht. Jedenfalls nicht, wenn die Mädchen ihr Potenzial anzapften. Das passierte dann in der zweiten Halbzeit, wir stellten auf zwei Kreisläufer um und endlich waren die Mädchen wach. Die zweite Hälfte ging sogar an Badenstedt (14:26 Endstand), schade, dass die Mädchen Schwerin um ein schönes Viertelfinale in der ersten Halbzeit betrogen haben. Umzug, nun ging es in der dritten Halle weiter. Mit dem TSV Nord Harrislee wartete der nächste Flensburger Verein auf uns und wieder entwickelte sich ein Spiel auf Messers Schneide, dass sich erst kurz vor Schluss entschied. Nach einem 14:13 spielten wir sogar um Platz 5! Die schlechte Nachricht war, dass der Gegner der Vorjahressieger vom Berliner TSC war und wir köperlich wenig entgegenzusetzen hatten. In den ersten Spielminuten leider auch wenig Cleverness, Bewegung, Technik, Aufmerksamkeit… kaum trat eine Mannschaft mit selbstbewusster Deckung auf, erstarrten die Mädchen wie das Kaninchen vor Schlange und ließen sich nun sogar Bälle am eigenen Neuner abnehmen. Das wurden dann zum Glück Mitte der ersten Halbzeit besser und die Schockstarre löste sich. Dann stellte Berlin gemäß deren Verbandsregeln in der zweiten Halbzeit auf Raumdeckung um und wechselte alle großen Mädchen ein und wir liefen gegen eine Wand, wenn wir nicht gerade vor ihr hin und herprellten. 11:24 war der ernüchternde Endstand, Platz 6 mit ohne Torwart und einem Drittel Gastspielerinnen konnte sich dann aber doch sehen lassen.

Ganz lieben Dank an Alexandra und Sven für die Versorgung vor Ort (mögen sich noch alle Pfandflaschen anfinden)! Vielen Dank an Alina, die kurzfristig nach acht Absagen die Betreuerposition übernahm und ihre Sache prima machte! Ganz herzlichen Dank an Laura, Franzi, Nele und Jona für die Unterstützung! Vielen Dank an das Organisationsteam in Ulzburg für einen wieder mal tollen Aufenthalt! Vielen Dank auch an die Bundesbahn-App, welche den Mädchen nach dem verpassten Anschlusszug in Hamburg-Harburg kurz die Hoffnung gab, es Montag nicht rechtzeitig in die Schule schaffen zu können und uns dann ein mysteriöser Phantomzug wenige Minuten später doch nach Hannover brachte. Für uns geht es mit den Spaßturnieren im Sand und auf Rasen weiter.