Weibliche Jugend D: Tills Löwen Cup 2019

Endlich gab es mal wieder ein echtes Neujahrsturnier! Nach dem bürokratischen Tod des Nidda Cups in Frankfurt und der traurigen Lücke am ersten Januarwochenende nahmen wir gerne die Einladung aus Mölln der HSG Tills Löwen an.Nach zwei Wochen Handballpause und sicher viel zu wenig Bewegung war dies ein willkommener sportlicher Jahresauftakt.

Der Termin in den Ferien hatte noch seine Tücken. Ein Drittel der Mannschaft würde fehlen, gerade mal eine Auswechselspielerin hätte zur Verfügung gestanden. Kurze Rücksprache mit dem Veranstalter. Der hatte nichts dagegen, wenn wir Gastspielerinnen mitbrachten. Das Casting ging schnell, mit Anna, Charlotte und Mehrfachtäterin Lina kamen wir auf elf Spielerinnen und hatten eine schlagkräftige Mannschaft beisammen. Charly und Pia komplettierten die Delegation, die pünktlich am Bahnhof in Mölln ankam. Die Gastgeber verpassten uns freundlicherweise den VIP Service mit Abholung vom Bahnhof und nach dem Abendessen gab eine spannende Variante von Teambuilding. Die Mädels und Trainer mussten zum Theatersport ran und hatten eine Menge zu lachen. Danach gab es sogar noch weiteres Sportprogramm, die A-Jugend spielte zu später Stunde noch das Finale aus und wir erkundeten schon mal die Arena. Dort lief auch ein seit einem Jahrzehnt verschollener ehemaliger Hannoveraner Trainer herum und die Gastgeber fegten zu später Stunde nicht nur den Müll aus den Kabinen.

Zur humanen Zeit kurz vor zehn stiegen wir in das Turnier ein. Die Zweitvertretung der Gastgeber konnte bei einer Spielzeit von einmal 15 Minuten nur kurz mithalten, die Mädels zogen davon und starteten überzeugend mit 13:3 in das Turnier. Unsere drei Gäste fügten sich nahtlos in die Mannschaft ein. Bereits im zweiten Spiel, leider oder zum Glück sehr früh im Turnier, trafen wir beim Aufwärmen auf einen alten Bekannten. Den Schlendrian. Das Aufwärmen nahmen die Mädchen schon gar nicht mehr ernst und nach zwei, drei schlafmützigen Spielminuten gegen den TSV Bargteheide mit unnötigem Rückstand stellten wir sofort auf eine Manndeckung um, einer der Tricks um eine lethargische Mannschaft zu wecken. Die kurze Spielzeit reichte bei allen weiteren Coachingtricks nicht dazu aus, den Rückstand aufzuholen und Bargteheide konnte verdient aber vollkommen unnötig mit 8:9 gewinnen. Das tat weh, denn wir erwarteten von der Papierform her noch den stärksten Gegner am Schluss.

In der Vorbesprechung zum letzten Vorrundenspiel verbannten wir den Schlendrian aus der Kabine und die Mädels zogen in das Spiel gegen Holstein Kiel/Kronshagen mit dem Willen, doch noch das Halbfinale zu erreichen. Der Gegner war laut Flurfunk ersatzgeschwächt angereist, was uns aber egal war. Von der ersten Minute an waren die Mädels fokussiert und ließen den Nordlichtern keine Chance (13:6). Das Spiel war in zweierlei Hinsicht außergewöhnlich. Jamila holte sich eine in der D-Jugend sehr seltene rote Karte ab… die vollkommen berechtigt war und für die ich mich nach dem Spiel beim Schieri bedankte. Lektion hoffentlich gelernt. Und nach dem Spiel bemängelte der Kieler Trainer unsere Deckung der letzten Spielminuten. Seine Mädels waren zunehmend in Chaoshandball verfallen und hatten die rechte Angriffsseite komplett aufgegeben. Wir reagierten mit einer offenen Manndeckung, die in der Aufregung wohl von unseren Spielerinnen unterschiedlich interpretiert wurde und für Beobachter wie eine gezielte zweifache Einzelmanndeckung aussah.

Halbfinale und dann auch noch gegen die Gastgeber! Die hatten in der Vorrunde zweimal gar keine Gegenwehr und erst im dritten Spiel ein wenig Widerstand erfahren. Das lag unter anderem daran, dass die Mädels der Tills Löwen im Schnitt erstaunlich groß waren, man uns aber mehrfach versicherte, dass das nicht die B-Jugend war. Wir hatten also die David-Rolle in dem Spiel und vor allem Chiara musste beißen, da ihre Gegenspielerin geschätzt das doppelte Kampfgewicht aufbrachte. Wir blieben erstaunlich lange in Schlagdistanz. Die Tills Löwen nutzten nicht nur im Angriff ihre körperliche Überlegenheit aus, in der Deckung spielten sie Angsthasenhandball und verteidigten gegen die eigenen Turnierregeln innerhalb des Neuners bis hin zu einer 6:0 Deckung. Schade, hatte die Mannschaft gar nicht nötig. Wir fanden letztlich nur eine einzige Lösung gegen die Abwehrwand, Jella bekam auf Links Außen ihre Chancen und nutzte sie gnadenlos. Irgendwann reichte das aber nicht mehr aus, denn die Löwinnen trafen von mehr als nur einer Position und gewannen “nur” mit 6:8. In unserem Spiel um Platz 3 hatten die Mädchen das Halbfinale längst abgehakt und ließen den Handballluchsen von Buchholz-Rosengarten beim 10:5 keine Chance. Das Finale gewann überraschend deutlich Bargteheide mit 7:3. Mit starker individueller Abwehrleistung und schnellem Spiel zogen sie den Löwen den Zahn.

Tills Löwen Cup 2019

weibliche D auf Platz 3

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der HSG Tills Löwen und Oli Gahl für die Einladung zum Turnier! Hoffentlich haben wir auch in den kommenden Jahren die Chance die Ferienpause so zu unterbrechen. Vielen Dank an unsere Gäste Lina, Charlotte und Anna, ohne die es sicher nur halb so viel Spaß gemacht hätte und wir mit Sicherheit nicht das Podium erreicht hätten. Vielen Dank an Gästepapa Claus für die Versorgung und unsere Elternschaft vor Ort für die Unterstützung! Letztlich noch ein großes Dankeschön an den Förderverein, der uns die Fahrtkosten abgenommen hat! Und kommendes Wochenende geht es für uns gleich weiter.