Weibliche Jugend D I: Volles Wochenende

Zum Auftakt ins Wochenende bestritten wir das Vorspiel zur A-Jugend gegen den Mellendorfer TV, also erst der Jugendbundesliganachwuchs, dann „the real thing.“ Wir hatten uns vorgenommen, Platz 1 in der Regionsoberliga zu verteidigen und die Punkte zu Hause zu behalten. Auch wenn sich der Querblick auf andere Ergebnisse mit Schlussfolgerung eigentlich verbietet, die deutliche Niederlage der Mellendorfer Mädchen gegen den HSC ließ uns nicht eben bangen.

Schnell wurde deutlich, dass wir eigentlich im direkten individuellen Vergleich stärker waren, dennoch war irgendwie der Wurm drin. In der 15. Minute lagen wir bei 7:7 und Mellendorf hielt munter mit. Allerdings fielen die Gegentore meist so, dass sich der Angriff den Ball hilflos vor der lauffreudigen Deckung hin und her spielte, bis eine Spielerin gefunden wurde, deren Bewacherin mitlerweile eingelullt war. Oder Mellendorf kam erfolgreich zum Zuge, weil im 9 m noch der Querpass erfolgte/ermöglicht wurde. Zur Halbzeit (10:8) gab es ganz klare neue Aufgaben für die Deckung, dieses Ballgeschiebe doch zu unterbinden.

Die Mädchen hörten zu und waren plötzlich da. Über ein 11:10 hatten die Mädels bis zum 19:11 einen Lauf. Emma war wieder statistisch überragend am Kreis (9 Tore), verbaute sich allerdings reichlich Torchanchen und hätte doppelt so viel treffen können. Auffälligste Akteurin auf dem Platz war allerdings unsere Emmie, die aus ihrer Handballpause mit so viel Handballphantasie wiedergekommen war, dass sie nicht nur regelmäßig die Gegner mit ihren Aktionen überraschte, das ein oder andere Mal musste auch der Ball bei ihrem Tempo die Segel streichen. Mellendorf wechselte in der zweiten Halbzeit zur Schadensbegrenzung bis zum Ende des Spiels in eine 6:0-Deckung, merkte allerdings nicht, dass das nicht zum Erfolg führte. Das 21:13-Endergebnis war insoweit gerecht, als dass der TVB in der Abwehr die komplette erste Halbzeit verschlafen hatte. Meine Prognose für die Abschlusstabelle muss ich korrigieren, wer die ausbildungsorientierte Abwehr in der D-Jugend für die berüchtigte Fleischmauer zur Schadensbegrenzung aufgibt, wird sich nicht weiterentwickeln.

Bevor der Hauptrundenspielplan feststand, war das Wochenende spielfrei. „Hurra!“, schreien die Eltern, „Hurra!“, schreit der Trainer. Beide allerdings mit vollkommen entgegengesetzten Plänen für die Freizeitgestaltung. Als dann der Schiedsrichterwart des TSV Anderten ein Mädchenturnier für eine Jungschiedsrichterausbildung organisierte, waren wir natürlich mit am Start. Aus einem Teilnehmerfeld von vier Mannschaften sagten im Laufe der Zeit vier Mannschaften ab, selbst die Ersatzmannschaften waren nicht treu geblieben. Es verblieben der MTV Vorsfelde, der Hannoversche SC I und wir. Moment mal, der HSC war doch einer der ersten Absager!? Für deren Ersatzmannschaft war dann die männliche D I eingesprungen, die Anderten in der Not gefragt hatte. Und wenn man in der höchsten Liga der gleichaltrigen Jungs schon keine Gegner findet, muss man sich wohl neue Herausforderungen suchen …

Der MTV Vorsfelde hielt einige Minuten mit, die quirlige Rückraum Mitte zwang uns sogar die Deckung umzustellen und Abwehrspezialistin Emily vor sie zu rochieren. Dann war aber auch Schluss mit lustig. Das zweite Turnierspiel war – absehbar – von sportlich geringem Wert. Die Jungs vom HSC führten nach 5 von 30 Minuten bereits mit 9:0 oder 10:0. Die Improvisation des Teilnehmerfeldes trug seltsame und unschöne Blüten. Dann waren wir gegen den HSC dran. Die Ansage war klar: Mit Anstand verlieren und einen Eindruck hinterlassen. Das wussten die TVB Mädchen im ersten Drittel nicht umzusetzen, die klarsten Anweisungen zu Abwehr und Angriff waren verpufft. 15:1 und die Jungs vom HSC waren auf dem besten Weg, sich nachts lachend ins Bett zu legen. Aber das war nicht der Plan! Eine knusprige Pausenansprache später stand nun eine andere TVB Mannschaft auf dem Platz. Die Mädels hatten – please excuse my french – endlich ihre cojones gefunden. Urplötzlich war die Deckung anwesend und vorne war endlich Bewegung drin. Um eine lange Geschichte kurz zu machen, es war das unglaublichste Comeback seit Rocky III! Wir erzielten im zweiten Drittel unsererseits 15 Tore, aufmerksamere Beobachter wollen auf der Anzeigetafel runtergerechnet haben, dass es nicht ganz so viele beim HSC waren, die sich nun verwundert die Augen rieben und die Opfer von eben suchten. Im letzten Drittel spielte der TVB dann munter mit, aber jeglicher Hochmut auf der anderen Seite war verflogen. Mit Anstand verloren? Wow!

Für die C II geht es Freitag auswärts bei der HSG Nord Edemissen weiter. Die D-Jugend sollte am Sonntag um 14:30 Uhr die „Königsmacher“ vom TKJ Sarstedt besuchen. Hatten wir mal für fast einen Tag die Tabellenführung inne, wehrte sich Sarstedt um drei Tore Differenz beim 8:35 nicht ausreichend und der HSC landete auf dem Platz an der Sonne. Aber da flächendeckend auf Regionsebene der Spielbetrieb bis Ende Januar ausgesetzt wird, haben wir Sonntag frei.