Weibliche Jugend D I: Trainingslager Nr. 1

Ich hoffe, uns betrifft das am Wochenende nicht.” Charly hatte die Meldung als Erste entdeckt, dass pünktlich zu unserem Trainingslager in der Grafschaft Bentheim die Lokführer streiken würden. Mit Schaumburg Nord und Badenstedt wollten gleich zwei D-Jugend-Mannschaften zur SG Neuenhaus/Uelsen Richtung Niederlande für ein gemeinsames Trainingslager fahren. Wir riskierten nichts, schrieben für Hin- und Rückfahrt je zwei Fahrerstellen aus, kaperten den Vereinsbus von der 1. Damen und fuhren kurzerhand selbst, statt uns dem Notfallfahrplan der Bahn zu unterwerfen (Danke, GDL!).

In unterschiedlicher Konstellation hatten die drei Vereine in der D-Jugend über die Jahre schon gemeinsame Projekte unternommen, drei Mannschaften in einem Trainingslager war eine neue Herausforderung. Die SG Neuenhaus/Uelsen hatte die besten hallentechnischen Voraussetzungen, mit Vereinsheim nebenan und sogar einer Badestelle im Hinterhof. Also reisten wir und richteten nicht aus. Die drei Mannschaften teilten wir in vier halbwegs homogene Gruppen ein (mit immer allseits beliebten Gruppennamen, diesmal: Erdbeeren, Kirschen, Blaubeeren und Heidelbeeren), jeder Trainer wählte und übernahm einen Trainingsschwerpunkt und über fünf Trainingseinheiten sollten die Mädchen im Rotationsverfahren ihre Fähigkeiten in Täuschungen, in der Kooperation Rückraum/Kreis und in der individuellen Abwehrarbeit ausbauen.

Freitagabend begann mit einer kurzen Begrüßung, dann starteten die ersten beiden Gruppen in das Training, während die andere Hälfte der Mädchen noch etwas Geduld haben musste. Dank des Lokführerstreiks und der zeitlichen Verwerfungen kam es zu einer höchst ungewöhnlichen Unterbrechung des Trainingsprogramms der letzte Gruppe, der Kirschen, die vor ihren letzten beiden Trainingsblöcken sich noch mit einer Pizza auseinander setzen mussten. Die Kirschen wurden zudem noch mit einem Videostudium auf die gewünschte Intensität ihrer Abwehrtrainingseinheiten gesondert eingestellt (Stichworte “Wacken” und “wall of death“).

Spielerinnen und Trainer*innen von Neuenhaus, Schaumburg und Badenstedt

Samstagmorgen ging es reibungslos weiter. Langschläferinnen der Schaumburger Mädchen wurden mit dem Wasserstrahl von den Luftmatratzen geholt, Charly und ich haben daraufhin gleich für zukünftige Events bei Amazon einen Kärcher bestellt. Die Gastgeber hatten früh morgens ein Frühstück hingezaubert und der erfahrungsgemäß sehr anstrengende Samstag konnte beginnen. Die letzten Jahre hatten gezeigt, dass zur dritten Trainingseinheit des Samstags die Kräfte stark nachließen. Wir trieben es sogar auf die Spitze und strafften das Programm, um schon frühzeitig zum gemütlichen Teil des Abends übergehen zu können. In der dritten Einheit des Tages steckte das Programm schon in den Knochen, alle Spielerinnen zogen jedoch voll durch und gaben bis zum frühen Abend alles. Viele Mädchen nutzten danach die Chance, in den benachbarten Dinkelsee zu springen oder zumindest dazu, in den See gesprungen zu werden. Die größte Herausforderung des Tages lag jedoch noch vor uns, Gastgeber Tim muss die örtlichen Schlachter geplündert und ohne Ware zurückgelassen haben. Auf dem riesigen Schwenkgrill verarbeiteten unsere Helfer Holger und Micha Mengen, die für fünf Jungsmannschaften gereicht hätten.

Auch am Sonntagmorgen machte niemand schlapp, in der fünften Trainingseinheit konnten wir die drei Trainingsschwerpunkte noch einmal zu einen Höhepunkt des Wochenendes treiben. Nach nur kurzer Pause spielten die drei Teams noch ein Mini-Turnier aus, in dem die Mannschaften das Gelernte zeigen konnten. Bedenkt man die lange Trainings- und Wettkampfpause und die fünf vorangegangenen Trainingseinheiten, dann bekamen die Zuschauer ein kleines Wunder geboten. Alle Mannschaften legten einen sehr starken D-Jugend-Handball auf die Platte, setzten die Trainingsschwerpunkte um und zeigten, dass sich das aufwändige Programm gelohnt hatte.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Gastgeber Tim, der uns für nächstes Jahr sogar eine neugebaute Doppelhalle in Aussicht gestellt hat, samt seinen Helferinnen und Helfern im Trainerteam und der Elternschaft, die uns zusätzliches Torwarttraining, Verpflegung, Grillservice und die ganze Organisation abnahmen. Vielen Dank an Silke, Franzi und Micha, die mit ihren Schaumburger Mädchen das Trainingslager deutlich aufwerteten. Und natürlich vielen Dank an unsere kurzfristig eingesprungenen Elterinnen und Eltern, die den Fahrdienst übernahmen (Danke, GDL!).