Weibliche Jugend D I: HVN Sichtung 2022 (überarbeitet)

Alle Jahre wieder. Etwa in dem Zeitraum, in dem die älteren D-Jugend Mädchen in die C-Jugend wechseln, findet auch deren Sichtung zur Landesauswahl statt. Zwei Jahre lang vierzehntägiges Auswahltraining hat auf diesen Termin vorbereitet, aus über zwanzig Spielerinnen verblieben gerade mal zwölf, die sich den Trainern des HVN präsentierten. Von den TVHB-Mädchen waren Captain Marie, Lia, Laura, Emmie, Jarla und Emma dabei. Alena war schon im Urlaub, in der Informationskette war – wieder einmal – eine Bremse, so dass der Sichtungstermin sehr spät bei den Mädchen ankam. Traditionell fand die Sichtung wieder in der Doppelhalle von Emmerthal statt, wo der Handballchef Stephan Kutschera höchstpersönlich an der Tür saß und Kontrolle machte.

Team Hannover startete Viertel nach neun in den Turnierteil der Sichtung und hatte es mit der Handballregion Süd Ost Niedersachsen zu tun. Normalerweise seit Jahren kein echter Prüfstein, HRSON reicht nur mit Ausnahmejahrgängen an Hannover heran. Die Buchmacher hätten es diese Saison allerdings anders gesehen, 9 von 12 Gegnerinnen stammten aus dem Stall der Peiner SG und die Chancen standen daher mindestens fifty/fifty. Dennoch hatten die hannoverschen Mädels wenig Mühe, nach zwanzig Minuten war die Partie klar gewonnen. Insider rieben sich allerdings verwundert die Augen. Trainer Gundolf Deterding, der sonst lautstarkt die HRSON Mädchen antrieb, fehlte heute und seine Stellvertreterin hatte Sinn und Zweck der HVN Sichtung von vorne bis hinten nicht verstanden. Ziel des Termins für die übrigen fünf Trainergespanne vor Ort war es, möglichst viele eigene Spielerinnen positiv ins Scheinwerferlicht zu rücken. Bei der HRSON ging es aber darum, möglichst keine der neun Peiner Spielerinnen für die Landesauswahl zu empfehlen. Die Torhüterin durfte immerhin ihre Position beibehalten, die Rückraumgranaten (Rechtshänderinnen) wurden auf Rechts Außen verbannt, die Kreisläuferin fand sich auf Rückraum Mitte wieder, die Außenspielerinnen im Rückraum, usw. So doof kann eine Trainerin gar nicht sein, so dass mehr als nur der Verdacht faulen Spiels aufkam. „Schande“ ist noch arg untertrieben, wie dort dreiviertel der Mannschaft verarscht wurde.*/***

Unsere Mädchen durften sich dagegen von ihrer besten Seite zeigen. Laura war sicher etwas unzufrieden, aus personaltaktischen Gründen war sie in den Kader des Emmerthal Stützpunkts rotiert worden, wo sie außer GIW Spielerin Jonna und unseren Hiddestorfer Langzeittrainingsgast Lucie kaum wen kannte. Emmie hatte auf Außen recht wenig Scheinwerferlicht, in der D-Jugend nun einmal ein altersbedingtes Problem. Jarla zeigte reichlich ihrer gefürchteten Täuschungen, Emma flog tief durch den gegnerischen Torkreis, Lia baute im Abwehrzentrum eine Wand auf und Marie schien einen Zettel auf den Rücken zu haben: „Bitte abpfeifen!„, die mehrfach mit seltsamen Pfiffen bedacht wurde, aber dennoch zeigen konnte, was sie drauf hat. Hannover konnte auch das zweite Gruppenspiel gewinnen und spielte nach der Mittagspause um den „Turniersieg“. Den hatte am Vortag bei der Schwesterveranstaltung in Oyten die Handballregion Bentheim/Emsland gewonnen, unter tüchtiger Mitwirkung unserer Trainingsfreunde der SG Neuenhaus/Uelsen.

Unter dem Strich war Emmerthal – endlich wieder mit Zuschauern – eine gelungene Veranstaltung. Bis auf vielleicht einer Position hatten die Sichter um Maximilian Lübbersmeyer die Qual der Wahl. Auf fast allen Positionen konnten sich drei, vier Mädchen empfehlen. Eine herausragende Spielerin, die auf den ersten Blick den Sprung in die Jugendnationalmannschaft schaffen wird, wie man es alle paar Jahre einmal erlebt, war nicht dabei. Um so spannender wird nur das Ergebnis erwartet, wer es vorläufig geschafft hat.**

*In einer unbestätigten Stellungnahme hatte die Auswahl der HRSON sich auf eine Mitteilung des DHB von letzter Woche, Freitag, den 01. April, eingestellt, wonach das Leitbild des „Allrounders“ wieder aus der Schublade geholt werden soll. Die Mädchen müssen daher positionsvariabel spielen können.

**Und wir haben eine Ergebnismeldung. Im zweiten Quartal 2022 dürfen Captain Marie, Emmie, Emma und Alena montags zum HVN Stützpunkttraining. Herzlichen Glückwunsch!

***Stellungnahme des TVHB-Vorstands: Große Teile des 3. Absatzes spiegeln eine persönliche Meinung des Autoren wider, die leider nichts mit unseren Grundsätzen einer Netiquette gemein hat. Äußerungen zu und über Externe sollen ein Maß an Fairness umfassen. Hier sehen wir eine Linie überschritten und distanzieren uns von dem Inhalt. Da wir aber nicht zensieren wollen, lassen wir den Artikel unverändert, ziehen aber daraus interne Konsequenzen.