Weibliche Jugend D I: Eulencup Peine 2021

Unmittelbar vor dem Saisonstart der sehr jungen C II und noch ein Stück entfernt vom Auftakt der D I hatten wir noch mal die Gelegenheit, ausgiebig auf dem Eulencup in Peine zu testen. Organisator Lutz Benckendorf hatte ein buntes Teilnehmerfeld aus Oldenburg, Magdeburg, Halle/Neustadt und einigen Teams zwischen Hannover und Peine Ost erstellen können. Badenstedt lief mit beiden D-Jugend Mannschaften auf. Die D I hatte die einzige Fünfergruppe aus den drei Vorrundengruppen erwischt und musste dem Turniermodus nach Gruppenerster werden, um in die Medaillenränge zu kommen.

In unserer Vorrundengruppe hatten wir es in der Reihenfolge mit Stöckheim, Misburg, HC Salzgitter und dem Bundesliganachwuchs des SV Halle Neustadt zu tun. Wir gaben eine vorsichtige Prognose ab und rechneten mit einem Endspiel um den Gruppensieg im letzten Spiel. Charlie bekam für die ersten drei Spiele die Hoheit auf der Bank und übernahm das Ruder. Die Mädels bekamen die Info, dass alle viel Spielzeit bekommen würden, nur nicht gleichmäßig jedes Spiel, sondern in Abhängigkeit von der Stärke des Gegners. Der TVB startete erfolgreich in das Turnier, gegen Stöckheim gab es in 1 x 16 Minuten gerade mal drei Gegentore. Für Misburg und Salzgitter nahmen wir uns vor, einen neuen Trick aus dem Anwurf heraus auszuprobieren, den wir im Trainingslager von Schaumburg gelernt hatten. Die gute Abwehrarbeit machte uns einen Strich durch die Rechnung, beiden Gegnern gelang nicht ein einziges Tor gegen Emmie und Lia. Ganz auffällig in den ersten drei Gruppenspielen beim Ballklau und vor dem gegnerischen Tor war unsere Jarla. Und ohne Zutun von der Bank entwickelten die Mädchen ein gutes Gespür dafür, wie hart sie verteidigen durften gegen deutlich unterlegene Gegner. Wurde uns nach dem Trainingslager noch nachgesagt, wir hätten die Mädchen vor dem Abwehrtraining mit rohem Fleisch gefüttert, ging es nun wirklich nur um den Ballgewinn. Und das erfolgreich, wir hatten unser Gruppenendspiel um Platz 1.

Der SV Halle Neustadt war ähnlich souverän durch die Gruppe marschiert, hatte lediglich gegen Salzgitter ein paar unerwartete Probleme. Während wir die offensivste Abwehrformation des Turniers stellten, hatte Halle die klare Gegenposition eingenommen. Offenbar hatte man die Turnierbestimmungen nicht gelesen, immer wieder fanden sich alle sechs Abwehrspielerinnen tief im eigenen 9 m Kreis. Erst nach und nach gelang es den Schieris, das Trainerteam zu einer regelkonformen Abwehr zu zwingen. Wir nahmen kurzfristig noch eine überraschende personelle Änderung vor, Charlie übernahm auch für das wichtige Spiel das Ruder. Die Mädchen waren von Beginn an konzentriert bei der Sache und verteidigten, als ob es darum ging, die Ideologie unseres Abwehrsystems zu vertreten. Im Angriff übernahm Emma am Kreis die Verantwortung, im Tor war Lia ein sicherer Rückhalt. Beim 5:1 rieben wir uns auf der Bank die Augen und Charlie begann sogar bunt durchzuwechseln. Sehr früh zeigte die Körpersprache des Bundesliganachwuchses, dass da nicht mehr an eine Wende geglaubt wurde. Mit 10:2 verwiesen die TVB Mädchen Halle/Neustadt ganz klar auf Rang 2 der Gruppe C.

Die D I nach dem Eulencup 2021

In der altehrwürdigen Silberkamphalle, rund 200 m entfernt, hatten sich die Gastgeber von der Peiner SG keine Blöße gegeben, Gruppe B hatte der HSV Magdeburg für sich entscheiden können. Der Spielplanorganisator hatte ein glückliches Händchen, ließ Magdeburg erst gegen Peine und dann gegen uns antreten und hob das sportpsychosozialhistorisch interessante Spiel zwischen Lutz B. und Karsten W. für den Schluss auf. Wir feuerten in der Gunzelinhalle noch eben unsere D II erfolgreich an. In der Zwischenzeit fand das Endrundenspiel Peine – Magdeburg rund 15 Minuten früher als angesetzt statt, so dass wir zu spät zum Zuschauen kamen. Das 22:2 war für einen Vergleich zweier Gruppenerster überraschend deutlich. Die TVB Mädchen ließen sich nicht lumpen, mit der wesentlich offeneren Deckung gelang ein 21:1 gegen Magdeburg und das Turnier hatte ein echtes Endspiel. Und auch im Endspiel blieb Charlie am Ruder, ein Wechsel zu diesem Zeitpunkt wäre einfach nicht fair gewesen. Nun trat deutlich zu Tage, welche Mannschaft schon länger wieder in der Halle trainierte und welches Team lange noch im Sand war. Peine war uns um ein paar Monate voraus, kooperierte schon sehr diszipliniert in der Raumdeckung, während wir gerade in der Manndeckung die erste Kooperation beginnen. Die Mädchen kämpften, allen voran Captain Marie auf der Spielmacherposition, Lia hielt ein paar Unhaltbare … der Eulencup blieb beim 11:5 aber verdient beim Gastgeber.

Zwei Überraschungen gab es noch nach dem Turnier. Unsere Teilzeitkraft im Tor Lia wurde – verdientermaßen – von den dreizehn Trainern zur besten Torhüterin gewählt. Und intern gab es noch zu klären, wer den Pokal mit nach Hause nehmen durfte. Über die Jahre sind mehrere Varianten erprobt worden. Jeder nimmt ihn mal für eine Zeit mit, die beste Spielerin des Turniers bekommt ihn… Charlie und ich entschieden uns für ein ganz neues Auswahlkriterium: Welche Spielerin würde bei der Pokalübergabe am meisten strahlen? Die Wahl fiel ganz eindeutig auf Mila, die im letzten Spiel nur zugucken durfte, weil Charlie sie aus Fürsorge in der harten Partie nicht einwechseln wollte. Und wir lagen goldrichtig.