Weibliche Jugend D: Harte Arbeit

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Wir waren gewarnt. Der heutige Gastgeber von der HSG Laatzen-Rethen hatte jüngst erst auswärts in Burgdorf gewonnen und wie schwierig das sein kann, hatten wir im Sommer auf dem Bothfelder Turnier erfahren dürfen. Im Vorfeld des Spiels hatten wir elf Absagen und jede andere Mannschaft hätte die Segel streichen müssen. Dank unkonventioneller Personalplanung können wir das aber verkraften und immer noch zehn Mädchen aufbringen.

Das Geheimnis ihres Erfolges lag auf die Hand. Die Laatzener Mädels waren im Schnitt ein bis zwei Gewichtsklassen größer als wir. Die Abwehr würde also Schwerstarbeit verrichten müssen, allerdings waren wir gut vorbereitet. Bis zur Mitte der ersten Halbzeit war aber erst einmal ein wenig “wilde Sau” auf beiden Seiten angesagt, 16 Tore in zehneinhalb Minuten (8:8) sprachen den Deckungsreihen kein gutes Zeugnis aus. Inzwischen hatten wir in der Abwehr reagiert und Rhian auf die Haupttorschützin Anna der Gastgeber angesetzt. Bis zur Halbzeit machte sich das bemerkbar (10:13), wobei der Großteil des Spiels ein Schlagabtausch zwischen Anna (10 Tore) und Jella (12 Tore) blieb.

Das wird noch ein hartes Stück Arbeit“, war die Warnung an die siegessicheren Mädchen in der Halbzeit. Die wollten das Spiel mit “style” gewinnen, der Trainer setzte doch lieber auf noch größere Bemühungen in der Deckung. Es dauerte auch nicht lange, da hatten die Gastgeber schon wieder zum 15:15 egalisiert. Ab dann begann wieder ein offener Schlagabtausch. Ein Tor vor TVB, Ausgleich, ein Tor vor TVB, Ausgleich, ein Tor vor TVB, Ausgleich. Das ging so weiter bis zum 20:20, als unsere alte Bekannte Kira wieder eine Führung für Laatzen-Rethen zum 21:20 erzielte.

Mit einem Rückstand ging es für uns in die “crunch time”. Die Laatzener Mädels witterten Morgenluft und setzten nun ihren eigenen Kopf durch. Gegen die lautstarken Anweisungen von der Bank zogen sie sich zur 6:0-Deckung zurück und sorgten für ein wenig Unruhe, vor allem als das Schiedsrichtergespann dann passives Spiel anzeigte. Die TVB-Mädels blieben jedoch erstaunlich cool, ließen sich von der allgemeinen Hektik nicht anstecken und spielten weiter ihren Stiefel runter. In der letzten Minute beim 23:23 nahm sich Jette ein Herz und setzte von wenig aussichtsreicher Position zum Sprungwurf an, wurde hierbei gestört und bekam einen 7m zugesprochen. Auf der Uhr war noch genügend Zeit für einen Gegenangriff, so dass wir nun furchtbar wach sein mussten.

Dann wurde es richtig hektisch. Von der Tribüne warf ein Spieler des folgenden Spiels einen Ball auf das Spielfeld, die Laatzener Trainerin bat lautstark um ein Time Out, weil das im Rücken der Schieris geschehen war. Die Schieris reagierten nicht, pfiffen an, die Trainerin lief in der Annahme des Time Outs auf das Feld, um den Ball zu holen, die Torhüterin hielt Rhians Wurf, dann folgte das Time Out … und Rhian durfte den Wurf noch mal wiederholen. Der saß zum 23:24, wir sprinteten zurück und die Gastgeberinnen hatten noch wenige Sekunden für den Ausgleich. Gerade noch rechtzeitig vor dem Schlusspfiff hämmerte die gegnerische Shooterin knapp hinter der Mittellinie noch mal den Ball gezielt Richtung Tor, Meret konnte den Wurf über das Tor leiten, Abpfiff. Uff!

Für die Mädchen geht es in eine Spielpause bis tief in den Oktober hinein. Am Ende der Herbstferien wartet das Trainingslager in Schüttorf, wo wir den großen Trainingsblock “individuelle Abwehr” abschließen und uns danach mal wieder um das Torewerfen kümmern werden.