Weibliche Jugend D: Das Ende einer ungewöhnlichen Saison

Zum Abschluss der Saison hatten wir uns zum Heimspiel gegen Garbsen noch mal etwas einfallen lassen. Über unseren Fußballtorwart Vito hinaus verstärkten wir uns mit Finn und Matteo aus der E-Jugend. Das knapp verlorene Hinspiel wurmte uns dann doch noch etwas und die Mädels hatten nichts gegen ein entspanntes Spiel in Gleichzahl.

Beim Aufwärmen trauten mehrere Zuschauer ihren Augen nicht, Vito hatte sich bei der Abwehr flacher Würfe Handballtechniken angeeignet. Ganz ohne Training. Das konnte ja was werden. Die Ansage vor dem Spiel war: “Heute wird es nicht mal eng!” Die Mädels hielten sich zunächst an die Marschroute und setzten zum Start-Ziel-Sieg an. 1:0, 4:1, 8:4 und 10:5. Zunächst war Rhian nicht zu stoppen, dann setzte Jella die erfolgreichen 1:1-Situationen fort und Vito sorgte im Kasten dafür, dass wir uns absetzen konnten. Aber wie im Nachmittagsspiel der “Mädchenmannschaft” wollte das Team keine Langeweile für die Zuschauer aufkommen lassen, zur Halbzeit hatte sich Garbsen bis auf 14:12 wieder heran gekämpft.

In der Halbzeit gab es nur ein Thema. Trotz Manndeckung verstanden die Mädchen ihre Kollektivaufgaben und halfen gegen Durchbrüche stets aus. Wenn dann nur die überlaufene Spielerin nicht bloß stehen bleiben und ihr Schicksal bejammern würde … Der Schlüssel zum Erfolg war heute mal das Herunterschlucken des Ärgers und die Schadensbegrenzung nach einem verlorenen Zweikampf.

Die Mädchen hatten begriffen, in der zweiten Halbzeit kam Garbsen nicht mehr auf zwei Tore heran. Vito hielt weiterhin bärenstark, Finn und Matteo erzielten je einen Treffer und holten sich tosenden Applaus ab und mit 25:19 beendeten die Damen die Saison, wie sie begonnen hatten, mit einem Sieg. Nur, dass die Punkte diesmal nicht gestohlen werden.

Das war eine denkwürdige und bemerkenswerte Saison. Da es unter 38 Mannschaften in der Region WSL und Hannover nur drei konkurrenzfähige Gegner diese Saison gab, noch weniger als letzte Saison, wichen wir wieder auf die Jungsliga aus, wo in der zweithöchsten Liga jedes Spiel eine Herausforderung sein müsste. Da der zuständige Verband nichts, aber auch gar nichts, für Talentförderung im Mädchenbereich übrig hat und uns regeltechnisch fesselte, spielten die Mädels nahezu alle Spiele in zweifacher Unterzahl und einem “Quotenjungen” im Kader. Es gab ein paar Tiefpunkte, es gab einen Sieg in zweifacher Unterzahl, es gab trotz deutlicher Niederlage eine beeindruckende Vorstellung in Barsinghausen und eine ganz knappe Niederlage in Garbsen. Kein einziges Mal hat die Mannschaft gejammert oder ihr Schicksal verflucht, irgendwie haben alle Spielerinnen begriffen, dass sie gestärkt aus der Saison gehen werden. Wir haben Fußballtorwart Vito Gelegenheit für einen Blick über den Tellerrand gegeben und sind dankbar, dass er diesen Wahnsinn mehrfach mitgemacht hat. Und wir haben E-Jugendlichen Matteo, Emilian und Finn ihre einzigen D-Jugend-Auftritte diese Saison (warum eigentlich?) nebst Toren gegeben. Das war eine starke Saison, Ladies! Chapeau!