Weibliche Jugend D/C II: Saisonrückblick

Die 1. und 2. Bundesliga bricht vorzeitig die Saison ab und es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis auch unsere Saison ein abruptes Ende findet. Ein Virus vereitelt die Chance auf die erste Regionsmeisterschaft der D-Jugend seit einigen Jahren und klaut der zweiten C-Jugend drei interessante Spiele. Viel schlimmer ist natürlich der Zusammenbruch des Trainingsbetriebs.

Klassischerweise bestimmt der ältere Jahrgang in den Jugendaltersklassen das Geschehen, während der Jungjahrgang in den jüngeren Altersklassen noch etwas in die neue Altersklasse hineinwachsen muss. Nach der Saison 18/19 war die Frage, wer die Verantwortung nach dem Wechsel der drei Leistungsträgerinnen in die C-Jugend übernehmen würde. Ein erster Test war wie immer der Ulzburgcup und zwei Omen wurden geboren. Es würde nicht ein bis drei Leistungsträgerinnen diese Saison geben und das einzig Beständige würde die Unbeständigkeit sein. Es wechselten sich Spiele mit Lösung von Pflichtaufgaben ab mit dem Erstarren vor der stärkeren Mannschaft oder mit begeisternden Kämpfen um den Ball.

Parallel zur D-Jugend sollte wieder ein Förderspielbetrieb stattfinden, um möglichst neben dem Breitensport noch weitere Aufgaben lösen zu müssen. Auf den juristischen Spießrutenlauf als Jungsmannschaft gegen die Hobbyrechtsexperten des Verbandes hatten wir keine Lust mehr, die D-Jugend trat mit Hilfe von Lilly, Rosalie und Captain Alina auch in der Vorrunde zur C-Jugend Oberliga, später in der Landesliga an. Die Durchführungsbestimmungen gaben (noch) die Gelegenheit alles einzusetzen, was wir an Spielerinnen zur Verfügung hatten. Das ermöglichte ein entspanntes Weiterkommen und ganz neue Erfahrungen, wenn Vereine ihre Mannschaft willkürlich und unüberlegt in die Quali melden.

Einen zunehmend gewichtigeren Teil der Saisonvorbereitung nimmt das Sandeln ein. Sobald die Hallensaison vorüber war, schlossen wir die Halle ab, warfen den Schlüssel weg und verlagerten das Training in den Sand. Neben dem Spaß- und Athletikfaktor kommt hinzu, dass technisch wie taktisch einige Dinge besser in der Sandkiste als in der Halle gelernt werden können. Beim ersten Turnier von Zweidorf/Bortfeld deuteten die Mädels ihre Potenzial an (Platz 2 C-Jugend und Platz 1 D-Jugend). Der echte Test war jedoch erst das große Turnier in Cuxhaven. Wir starteten mit zwei Teams in den Wettkampf, errangen beide den Gruppensieg in der Vorrunde und konnte auch die Viertelfinals für uns entscheiden. Im rein Badenstedter Halbfinale offenbarte sich, dass die TVB-Teams nicht ganz so gleichstark eingeteilt waren, wie geplant. Charlys Team konnte sich deutlich durchsetzen und am Ende sprang ein souveräner Turniersieg und ein vierter Platz für die Mädchen heraus.

Nach den Sommerferien warteten ganz unterschiedliche Herausforderungen auf die beiden Mannschaften. Von rund vier Dutzend D-Jugend Mannschaften fanden sich ganze sechs für eine Regionsoberliga zusammen, so dass erstmals seit Menschengedenken eine Dreifachrunde gespielt wurde. Und von den sechs Mannschaften waren zwei überoptimistisch in die höchste Liga gemeldet worden, so dass die D-Jugend Saison nicht ganz unerwartet überwiegend für die Katz sein würde. Vielversprechender dagegen unser Auftritt mit zunächst sieben D- und drei C-Jugendlichen in der Vorrunde zur Oberliga. Mit unkonventioneller Deckung und Angriffsformation waren wir zwar für die meisten Gegner kein Stolperstein. Aber die deutliche körperliche Unterlegenheit konnten wir immer wieder etwas ausgleichen und häufig mehr als 25 Tore in 50 Minuten erzielen, was für eine so junge Truppe gar nicht so übel war.

Leider typisch und unerklärlich diese Saison: Die Leistungsschwankungen der gesamten Mannschaft. In der D-Jugend legten die Mädchen im ersten Saisondrittel gute Spiele gegen die drei Verfolger Bothfeld, Sarstedt und Burgdorf hin. Im Rückspiel in Burgdorf erlebten wir überwiegend totale Arbeitsverweigerung. Die C-Jugend startete auswärts in Hann. Münden mit einem Auftritt (37:22), für die sich der Trainer in Grund und Boden schämen musste. Im Rückspiel überraschten die Mädchen mit einer Weltklasseleistung und gewannen mit 28:23. Beim Rückspiel gegen Bothfeld lag die Mannschaft nach starker Leistung mit 14:18 knapp hinten, kam aus der Kabine und alle hatte auf einen Schlag alles verlernt (28:42). Eine Woche nach dem Weltklassespiel gegen Münden knüpfte der Angriff eine Halbzeit lang in Empelde daran an und spielte die Gastgeberinnen schwindelig, um in der zweiten Halbzeit das Spiel kampflos abzuschenken. Trainer sind schon nach weit weniger aufregenden Spielzeiten in die Psychiatrie eingewiesen worden.

Nach einem ersten “Endspiel” um die Regionsmeisterschaft der D-Jugend gegen Bothfeld hätte das dritte Spiel gegen Burgdorf womöglich die Entscheidung gebracht. Müssen sich die Mädchen voraussichtlich damit trösten, dass sie nach einer abgebrochenen Saison ohne Meistertitel ganz oben stehen. Die C II hatte in ihrer 7er-Landesligastaffel sogar die Chance auf einen überraschenden Platz 4, warf diese Möglichkeit leider in Empelde weg. Die Platzierungen sind in unserem Konzept letztlich auch egal, spiegeln aber ein klein wenig die Ausbildungserfolge über die Saison hinweg wieder. Niemand sonst spielt weit in die Saison hinein in der C-Jugend eine Halbfeldmanndeckung. Niemand sonst spielt komplett antikonzeptionell und verzichtet auf Auslösehandlungen oder gar Spielzüge. Eine komplette D-Jugend in der Landesliga C-Jugend? Und das Verrückte: Die Mädels ziehen immer mit und machen sich keinerlei Gedanken darüber, dass in der C-Jugend ein Gegner wieder mal deutlich überlegen war. Als Saisonabschluss erwartet uns hoffentlich irgendwann noch mal die Sichtung zur Landesauswahl, wo die Region Hannover mit 7 Badenstedterinnen im 12er Kader vertreten sein wird.