Weibliche Jugend C II: Spitzenspiel

Unter der Woche hatte die JSG Weserbergland die C-Jugend zurückgezogen. Die bereits verteilten Punkte verschwanden wie durch Zauberei, die Tabelle wurde neu erstellt … und wir waren plötzlich Zweiter! Gleich hinter dem verlustpunktfreien Tabellenführer TuS Bothfeld, den wir Mittwoch in einem Nachholspiel zu Gast hatten. Ein echtes Spitzenspiel, angesichts der Demografie unserer Mannschaft ein kleines Wunder. Um den Altersvorsprung der Gäste etwas auszugleichen, suchten wir im Kader der C I nach einer nicht festgespielten Spielerin … und fanden Liza. Einzige Spielerin der Oberliga mit einem Schnitt von 10 Toren pro Spiel – können wir vielleicht gebrauchen.

Ein wenig hatten wir uns schon auf die Partie vorbereitet. Eine Bothfelder Fraktion war beim Auswärtserfolg in Sarstedt zugegen gewesen und war Augenzeuge unseres 2:4-Angriffs. Also mussten wir ein paar Neuerungen einbauen, um nicht allzu ausrechenbar zu werden. Vier Auftakthandlungen übten wir in zwei Trainingseinheiten, um für ein wenig Überraschung zu sorgen. Mit Anpfiff zeigte sich dann aber: Die Mädels hatten einen anderen Plan. „Ball zu Emma“ hieß die neue Variante, die wir so nicht trainiert hatten. Ein paar Minuten dauerte es, bis alle Badenstedterinnen davon überzeugt waren, dass dieses Spielkonzept besser war, als was wir trainiert hatten. 3:3, 5:3, 7:4, 10:6 – es lief zunächst auch mit kompletter Improvisation. Dann wechselten wir irgendwann auch Liza ein und sie übernahm die Verantwortung, entlastete unsere Kreisläuferinnen. 14:10, 18:14. Ja, es lief ganz rund. Aber wenn nach 19 Minuten bereits 32 Tore gefallen sind, dann ist das nicht unbedingt ein gutes Zeichen. 20:14 – egal! Bei 21:17 wechselten wir die Seiten. Ein respektables Endergebnis in der Landesliga. Es waren aber erst 25 Minuten gespielt und der Ligaschnitt liegt bei rund 51 Toren/Spiel.

Die Angriffsleistung in allen Ehren, wir hatten jedoch NICHTS, GAR NICHTS aus den letzten beiden Trainingseinheiten an den Tag gelegt. Freies, kreatives Spiel wird bei uns ja auch groß geschrieben. Aber wenn wir mit der Angriffsaufstellung auf etwas hinarbeiten, der Gegner uns ein Riesengeschenk macht, das wir nicht annehmen… dann ist auch mal die Geduld des Trainers am Ende.

In Hälfte zwei warf Bothfeld nun sein deutlich größeres Kampfgewicht in die Waage, zog sich immer häufiger mit der Abwehr tief in den Neuner zurück und die Badenstedter Mädels blieben dabei. Die Marschroute des Trainers wurde komplett ignoriert. Der Amerikaner sagt: „If you can’t beat ‚em, join ‚em!“ War ein weiser Amerikaner, aber wenn der Altersstarsinn erst einmal Einzug gehalten hat, dann erreichen solche Worte nicht mehr ihr Ziel. Die Mannschaft spielte „a“, der Trainer forderte „z“, das konnte nicht gut gehen. 28:24, 30:30, 34:34, 35:37, 39:39, 39:40. Ende. Nur am Rande, das Duell der beiden Haupttorschützenduos Liza/Emma gegen Elsa/Hanna ging 22:26 aus. Erfreulich: Eine einzige Zeitstrafe im gesamten Spiel. Unerfreulich: Ein neutraler Zuschauer berichtet von höchst unqualifizierten Kommentaren aus dem Gästeblock über die Schiedsrichter. Schade, nur wenige Kilometer entfernt hätte es auch zeitgleich ein Fußballspiel gegeben.

Wir haben nicht lange Pause. Bereits am Sonntag um 12:40 Uhr treffen wir im Salzweg auf die Peiner SG. Das Hinspiel ging 17:18 aus. Lächerlich!