Weibliche Jugend C II: Überfordert

Wir hatten ein spannendes taktisch geprägtes Spiel versprochen. Es wurde ein … taktisch geprägtes Spiel. Sarstedt kannte inzwischen unsere Gegenmaßnahme gegen die 3:2:1-Deckung, Samstagmorgen trainierten wir noch mal in voller Besetzung in einer zusätzlichen Einheit, um Gegenmaßnahmen gegen die antizipierten Gegenmaßnahmen gegen unsere Gegenmaßnahme zu trainieren.

Wir wurden nicht enttäuscht, Sebastian bot die eleganteste aber arbeitsintensivste Lösung auf, die jugoslawische Variante der 3:2:1. Gegen unsere 2 Kreisläuferinnen blieb die Abwehrformation einfach bestehen. Wir hatten uns als allererstes auf diese Möglichkeit vorbereitet, allerdings in einer einfachen Grundübung. Die Mädchen hatten Mühe, das Muster wiederzuerkennen und waren erst einmal vollkommen überfordert. 0:3, 3:7, 4:11 – vorerst waren wir ausmanövriert worden. Die Pässe gingen in die Botanik, die freie Kreisläuferin wurde nicht gesehen, die gedeckte Kreisläuferin angespielt. Und so richtig Lust auf Abwehr hatte heute auch fast niemand. Einzig Ronja im Tor hielt die Fahne hoch und verhinderte Schlimmeres.

Allmählich wurde klar, dass unsere Taktik, den Mittelblock mit schnellen Pässen im Rückraum laufen zu lassen und unsere Außen komplett auszusparen, nicht aufgehen konnte. Sebastian hatte die Außenverteidigerinnen als Unterstützung gegen die Kreisläuferinnen reingezogen und unsere Außen standen nahezu frei. Also öffneten wir die Option mit Pässen nach Außen und das Drama nahm seinen Lauf. Sarstedts Torhüterin war kurzfristig ausgefallen, es hüteten im Wechsel Feldspielerinnen das Tor und wir warfen sie nun nicht mehr nur aus dem Zentrum und bei Gegenstößen ab, nun bewarfen wir die Hilfskräfte im Tor auch noch von Außen. Und was nicht an der Torhüterin abprallte, das warfen wir gegen Aluminium. Ronja war es zu verdanken, dass wir zur Halbzeit nur bei 14 Gegentreffern waren, die 10 eigenen Tore hätten ganz locker fünf mehr sein müssen.

Umstellen, nicht umstellen? Gegen Ende der ersten Halbzeit hatte vor allem Marie am Kreis vorgemacht, wie unser System funktioniert und allmählich hatten unsere Rückraumspielerinnen auch das Auge für die Kreisläuferinnen wiedergefunden. Alternativ gegen die reguläre 3:2:1 spielen? Wir behielten den 2:4-Angriff bei mit der Maßgabe, auch mehr auf die freien Außen zu achten. Beide Trainer sind in der Halbzeit nicht verstanden worden, sieben Minuten lang fiel kein einziger Treffer mehr. Wir fanden allmählich häufiger Alena auf Außen, die erfolgreich abschloss. Die Gäste hingegen kamen immer wieder mit einfachsten Mitteln durch die Deckung. Die passive Abwehr verhinderte eine Aufholjagd. 21:26 für die heute bessere Mannschaft. Es wäre ein viel spannenderes Spiel möglich gewesen.

Das war der (nach Minuspunkten) Tabellenzweite. Samstag um 17:00 Uhr stellen wir uns im Hintzehof dem Spitzenreiter Bothfeld. Mit Unterstützung von Liza konnten wir die Bothfelder im Hinspiel etwas piesacken. Das kann uns im Rückspiel nur gelingen, wenn wir die verheerende Fehlerquote minimieren.