Was ist eigentlich … Kampfgericht

„Wer macht Kampfgericht?“ heißt es vor den meisten unserer Spiele und plötzlich – Oh Gott, jetzt bloß keine auffällige Bewegung machen – bewegen sich alle Köpfe der Eltern und Zuschauer unauffällig in Richtung Hallenboden oder Sitz­nach­barn. „Wir würden ja gerne Kampfgericht machen, aber ich weiß nicht, welche Tasten ich da drücken muss/was ich da aufschreiben muss“, so die häufigste Entschuldigung aus den Reihen der Fangemeinde. Doch damit ist jetzt (hoffentlich) Schluss. Ich präsentiere: Der Zeitnehmer-Sekretär-2 Minuten-Online-Crashkurs!

Wieso sitzen zwei Leute am Kampfgericht?
Die beiden Personen zwischen den Trainerbänken nennt man Zeitnehmer und Sekretär. Der Zeitnehmer – in der Regel vom Heimverein gestellt – ist für die Zeit und die Anzeigetafel zuständig, der Sekretär notiert auf dem Spielberichtsbogen wichtige Ereignisse des Spiels.

Was muss man als Sekretär alles aufschreiben?
Wenn wir uns das Bild unten angucken, muss man als Sekretär und die Dinge im roten Kästchen beachten. Ist ein Tor gefallen, wird das Ergebnis in der Spalte ganz rechts notiert und der erfolgreiche Spieler bekommt einen Strich. Bei einer Strafe gibt es im Protokoll entweder ein Kreuz (Verwarnung = Gelbe Karte) oder der Sekretär trägt die Zeit der Zwei-Minuten-Strafe ein. Eigentlich ganz einfach!

So könnte ein Spielbericht in der Saison aussehen …

Was muss ich beim Team-Time-Out (TTO) beachten?
Das TTO gehört zu einer der komplexesten Aufgaben am Kampfgericht. Hat man diese Aufgabe allerdings einmal erfolgreich gemeistert, werden die nächsten Male ein Klacks werden. Und so sieht die Situation in Zeitlupe aus:
1 – Trainer A legt seine grüne Karte auf den Zeitnehmertisch
2 – Der Zeitnehmer überprüft, ob das Team von Trainer A in Ballbesitz ist
3 – Hat Team A den Ball, drückt der Zeitnehmer den Tröten-Knopf und stoppt die Uhr.
4 – Jetzt wird die bereitstehende Stoppuhr gestartet und kurz vor Ende (nach 50 Sekunden) des Time-Outs (1 Min.) betätigt der Zeitnehmer nochmals die Tröte.

Und was habe ich davon, mich ans Kampfgericht zu setzen?
Zunächst ist man als Kampfgericht maßgeblich dafür verantwortlich, dass die SpielerInnen auch wirklich spielen können, denn ohne Kampfgericht wird – in der Regel – auch keine Spiel angepfiffen. Außerdem erfährt man, da man nur einige Meter Abstand zur Trainerbank hat, interessante Details über Taktiken und die genauen Regeln, die besonders für „Newcomer“ im Handball bestens geeignet sind. Und gerade weil Unparteiische so selten sind, erhalten alle ausgebildeten Schiedsrichter und Zeitnehmer im kompletten HVN-Bereich (bis Oberliga) sogar freien Eintritt zu allen Spielen!

Und wo kann ich mich noch genauer über das Kampfgericht informieren?
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Ihr merkt, so kompliziert ist die Tätigkeit am Kampfgericht gar nicht. Und wenn es in einem Spiel doch mal Schwierigkeiten gibt, dann hält man mal kurz die Uhr an und lässt sich von dem Schiedsrichter behilflich sein. Also habt Mut euch ans Kampfgericht zu setzen und übt Euch doch einfach mal in einer komplett neuen Aufgabe.

Die neue Saison kann kommen!