Sauerland-Cup 2013: Erneuter Coup der weiblichen A-Jugend

Das Jahr ist erst 7 Tage jung – und schon ist es um ein HSG-Highlight reicher. Die weibliche A-Jugend gewann am gestrigen Abend das Fi­nale um den Sauerland­-Cup 2013 gegen BVB 09 Dort­mund mit 15:14 und wiederholte damit den Coup aus dem Vorjahr, nur diesmal als Jungjahrgang gegen teilweise körperlich überlegene Teams.

Doch der Reihe nach: Am Freitagmittag setzten sich 11 Spielerinnen, Trainerstab und “Physio” Chantal sowie eine zahlreiche Anhängerschar gen Menden in Bewegung. Nach Ankunft und Quartiereinnahme ging es für die Mädels bereits um 17 Uhr zum Eröffnungsspiel in die Walramhalle, wo 700 Zuschauer und die Damenmannschaft der HSG Menden-Lendringsen (aktuell Tabellenneunter der 3. Liga Nord) warteten. Davon ließen sich die Badenstedterinnen aber überhaupt nicht beeindrucken, spielten locker mit und lagen fast das gesamte Spiel (wenn auch nur knapp) in Führung. Am Ende gewannen die Gastgeberinnen mit 31:30 (15:16), doch die Lokalpresse stempelte die HSG-Girls bereits zum Turnierfavoriten ab.

Westfalenpost vom 5.1.2013

Nach einer kurzen Nacht stand die Mannschaft am Samstagmorgen um 8:30 Uhr schon wieder auf dem Spielfeld – und wieder hieß der Gegner HSG Menden-Lendringsen. Aber diesmal stand die weibliche A-Jugend, die in der westfälischen Oberliga-Staffel 2 derzeit Platz 3 einnimmt, gegenüber. Zum Aufgalopp ein dankbarer Gegner (alle weiteren Vorrundengegner erwiesen sich später als anspruchsvoller), der mit 21:12 besiegt wurde. Der nächste Kontrahent TV Germania Kaiserau (Tabellenvierter der Regionalliga West)) wartete mit den beiden Jugendnational­spielerinnen Dana Centini und Jenny Fastnacht auf, doch konnten die Westfälinnen den 14:10-Erfolg der HSG nicht verhindern. Dritter Gegner war die HSG Handewitt/Nordharrislee von der dänischen Grenze, die in der Oberliga Schleswig-Holstein spielen (aktuell Tabellenzweiter), in ihren vorherigen Spielen u. a. den stark auftrumpfenden Dortmunderinnen Paroli boten und unglücklich mit einem Tor unterlagen. Nach einer weiteren Steigerung der Badenstedterinnen im Vergleich zu den bisher absolvierten Spielen stand am Ende ein ungefährdeter 15:8-Erfolg auf der Anzeigetafel und das abschließende Vorrundenspiel gegen BVB 09 Dortmund (Tabellenzweiter der Regionalliga West und Vorjahresgewinnerinnen des Sauerlandcup) sollte das Endspiel um Gruppenplatz 1 sein, mit dem man in der Zwischenrunde auf den Gruppenzweiten und -dritten der anderen Gruppe treffen würde. In diesem Spiel zogen die HSG-Mädels den mit einer gefälligen Spielanlage aufwartetenden Dortmunderinnen wieder mit ihrer offensiven Deckung den Zahn und kamen zu einem ungefährdeten 16:11-Sieg.
Da sich in der anderen Gruppe der große Favorit Bayer Leverkusen eine Niederlage gegen die VTV Mundenheim (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar) bezog und auf Platz 2 landete, konnte man diesem Gegner in der Zwischenrunde nicht aus dem Weg gehen …

Eintrittskarte Sauerland-Cup 2013

Am Sonntag stand um 8:30 Uhr das erste Zwischenrundenspiel gegen den Tabellenführer der Oberliga Baden-Württemberg, die SG Heidelsheim-Helmsheim auf dem Spielplan. Beide Mannschaften begegneten sich bereits im Vorjahr im B-Jugendturnier des Sauerlandcups – und auch diesmal wurden die Badenerinnen mit 16:8 in die Schranken gewiesen. Damit war der Einzug in das Halbfinale gesichert und es galt sich hierfür eine gute Ausgangs­position zu verschaffen, um möglichst im Überkreuzspiel gegen den Zweiten der anderen Zwischenrundengruppe antreten zu können. Mit Bayer Leverkusen stand aber der anspruchsvollste Gegner gegenüber. Als unange­foch­tener Tabellenführer der Regionalliga West und mit 4 Spielerinnen, die dem Erstligakader der Damenbundesliga-Mannschaft angehören, stand hier ein echtes Schwergewicht vor den HSG-Girls. Die von der ehemaligen National­spielerin Reckenthäler trainierten Rheinländerinnen wussten bis dahin vor allem durch Tempohandball in Perfektion zu gefallen. Jede Chance wurde zu einem schulbuchmäßig vorgetragenen Tempogegenstoß genutzt und verwertet. Ziel musste es also sein, leichte Fehler, die zu einfachen Ballverlusten führen, möglichst zu vermeiden, um Lever­kusen ins Positionsspiel zu zwingen. Und dies sollte prima gelingen! Auch die Leverkusenerinnen hatten ihre Pro­bleme mit der offensiven Deckung und verloren ihrerseits viele Bälle, die die HSG zu einfachen Toren verwerten konnte. Letztendlich gelang ein Start-Ziel-Sieg, der mit 16:12 auch in der Höhe verdient ausfiel.

In der anderen Gruppe setzten sich die beiden Vorrundengegner BVB 09 Dortmund und HSG Handewitt/Nordhar­ris­lee durch. Wohlwissend, dass ein abschließender Auftritt in der Kreissporthalle vor über 1500 Zuschauern lockte, waren die Badenstedterinnen trotz des bereits 7. Turnierspiels (jedes Spiel dauerte 27 Minuten) hochmotiviert und ließen den Schleswig-Holsteinerinnen beim 15:10-Sieg keine Chance.

HSG-Fangruppe
HSG-Fangruppe mit Neu-Fan (links stehend) und (noch) ohne Fan Klaus

Nun war es tatsächlich wahr geworden, dass die kleinen HSG-Girls (viele Gegenspielerinnen überragten unsere “Fruchtzwerge”) wie im Vorjahr die tolle Atmosphäre in der größten Turnierhalle genießen durften. Aber zunächst galt es für die Spielerinnen 3 Stunden Wartezeit zu überbrücken und für den Anhang sich rechtzeitig Sitzplätze in der Halle zu sichern. Um kurz nach 17 Uhr wurde dann das Finale gegen BVB 09 Dortmund angepfiffen – und unsere Mädels waren wieder Chefinnen im Ring. Auch wenn die Dortmunderinnen sich inzwischen auf einige Spielzüge eingestellt hatten, so war der große Wille und die individuelle Klasse der Badenstedterinnen dafür ausschlaggebend, dass diese sich bis 4 Minuten vor Schluss auf 15:11 absetzen konnten. Allerdings waren einige Akkus bereits im roten Bereich, so dass es noch einmal knapp wurde – doch beim 15:14 ertönte die erlösende Schlusssirene. Leider war das Endspiel wie auch das der weiblichen B-Jugend kein Handballleckerbissen, da auf Grund des anstrengenden Programms die geistige und körperliche Frische für spektakulären Handball fehlten. Aber den zeigten die HSG-Girls im Vorrundenspiel gegen Dortmund sowie im Leverkusen-Spiel.

Als Schmakerl wurde Lena Seehausen noch als beste A-Jugendspielerin des Turniers gewählt. Um 19 Uhr machte sich ein müder aber glücklicher Tross wieder in Richtung Hannover auf. Nach umgerechnet 5 Handballspielen in 48 Stunden war das auch kein Wunder. Wieder einmal haben die Mädels Unglaubliches geleistet und sich als Jung­jahrgang trotz teilweiser körperlicher Unterlegenheit gegen ihre Konkurrentinnen durchgesetzt. Nun wissen wieder einige Leute mehr wo “eigentlich Badenstedt liegt”. Die Spielerinnen waren prima Botschafter und haben viele Zuschauer begeistert.

Auszeichnung beste SpielerInnen

Weitere Berichte:

hvn-online.com
Berichte BVB 09 Dortmund
Der Westen 07.01.2013
Heute Schon Gelesen
Turnierseite
WAZ – Sport Dortmund 07.01.2013
Der Westen 07.01.2013
Der Westen 05.01.2013
Der Westen 21.12.2012

Fotostrecken:

Eröffnung mit Eröffnungsspiel
Finalspiele
HSG-Fotoarchiv
Heute Schon Gelesen-Fotoarchiv