Junior-Team nimmt einen Punkt aus Lüneburg mit

Als noch 16 Sekunden in der Lüneburger Sporthalle beim Stand von 26:26 Unentschieden zu spielen waren, nahm unsere Bank das Team-Time-Out und ging anschließend volles Risiko. Torfrau raus, siebte Feldspielerin rein – die taktische Überzahlsituation sollte die zwei Punkte bringen. Wenige Sekunden später wurde Natalie Pagel bei ihrem Wurf entscheidend so gestört, dass sie diesen nicht im Tor unterbringen konnte. Wie schon einige Male zuvor blieb der Strafwurfpfiff aus, die Lüneburger Torfrau nahm den Ball auf und warf diesen Richtung leeres Badenstedter Tor. Die Schlusssirene ertönte, als der Ball vier Meter vor dem Tor aufsetzte und ins Tor sprang. Das Tor zählte nicht, es blieb beim Unentschieden.

Ob dieses Unentschieden beim HV Lüneburg für das Junior-Team des TV Hannover-Badenstedt ein Punktgewinn und Punktverlust war, wird die Endabrechnung am Ende der Oberliga-Saison zeigen. Am gestrigen Samstagnachmittag empfand die Mannschaft von Christiane Gorn und Frank Käber es eher als Punktverlust. Die JUNGEN WILDEN bestimmten über weite Strecken das Spiel, lagen mehrmals mit 3-4 Toren Vorsprung vorne und konnten diesen am Ende leider nicht über die Zeit bringen.

Damit bleibt es im Tabellenkeller eng. Der TVHB nimmt weiterhin den 11. Tabellenplatz ein mit jetzt 8:16 Punkten. Dahinter folgt die HSG Schaumburg-Nord mit 6:18 Punkten, die mit dem 36:42-Auswärtserfolg bei der HSG Göttingen ihren zweiten Saisonerfolg feiern konnte. Besagte Göttingerinnen rutschen bei 5:17 Punkten auf den 13. Platz ab, weisen aber noch ein Spiel weniger auf. Schlusslicht bleibt trotz des Punktes gegen unser Team der HV Lüneburg mit 3:21 Punkten.

Nach ausgeglichen ersten Minuten und einem Zwischenstand von 5:5 Toren bekamen die Badenstedterinnen das Spiel immer besser in den Griff. Die Folge war mit dem 7:10 von Katharina Müller ein Drei-Tore-Vorsprung in der 23. Minute. Durch einige überhastete Aktionen im Angriff und Unaufmerksamkeiten in der Abwehr verspielten wir diesen aber wieder und die Seiten wurden beim 12:12 Unentschieden gewechselt.

Den besseren Start in die Hälfte erwischten die Lüneburgerinnen und legten gleich zwei Tore vor zum 14:12. Zwei erkämpfte Bälle in der Abwehr und anschließende Gegenstöße durch Alina Könecke und Janina Thiemann brachten uns zunächst den Ausgleich, während Alina anschließend noch mit zwei weiteren Treffern den 0:4-Lauf zum 14:16 vollendete. Unsere bislang beste Phase im Spiel ging bis zur 43. Minute weiter als, unser Team den Vorsprung mit dem 16:20 durch Janina erstmals auf vier Tore ausbauen konnte.

Die Gastgeberinnen hielten aber dagegen und konnten in der 47. Minute auf 19:20 Tore verkürzen. Ein nochmaliger Zwischenspurt unsererseits brachte das 21:24 durch Monja Nagel und wiederum einen drei Tore Vorsprung. Die Zwei-Minuten-Strafe gegen Janina konnte der HV zum 24:24-Ausgleich in der 57. Minute nutzen. Eine Minute später schienen wir mit dem zehnten Treffer von Katharina zum 24:26 schon am Ziel, zwei Gegenstoßtore später war der 26:26-Ausgleich da. Der Rest: siehe oben.

Es war das erwartete emotionale Spiel, da ein doppelter Punktgewinn für beide Seiten aufgrund der Tabellensituation wichtig war“, startete Frank Käber seine Bilanz. „Unser Junior-Team ist ein Ausbildungsteam und die jungen Damen konnten heute sehr viel Erfahrung sammeln. Natürlich bin ich ein wenig traurig, dass wir das Spiel trotz phasenweiser sehr guter Leistung am Ende nicht nach Hause bringen konnten. Doch in einer derartig hitzigen Atmosphäre* haben unsere Spielerinnen in einem „dreckigen“ Spiel sich nicht den Schneid abkaufen lassen. Sie haben hart, aber fair und immer Face-to-Face voll dagegengehalten und viel einstecken müssen. Leider haben wir dann zeitweise unsere taktische Marschroute leichtsinnig verlassen, das hat uns dann den doppelten Punktgewinn gekostet. Unsere Entwicklung wird aber positiv weiter gehen, da bin ich mir sicher. Jetzt ist erst einmal Weihnachtsfeier und der Jahreswechsel angesagt, um zu regenerieren und den Kopf freizubekommen.“ 

*Die Meinung der Redaktion:

Als es in die Pause ging, hörte ich die Äußerung eines Lüneburger Zuschauers, dass es ja auf der Tribüne zuginge wie beim Fußball. Ich konnte nicht heraushören, ob es missbilligend oder bewundernd gesagt wurde. Die Pöbeleien von Teilen des Lüneburger Publikums gegenüber Spielerinnen und der Bank des TVHB sowie auch gegen die Schiedsrichter, die phasenweise erfolgten, waren auf jeden Fall höchst respektlos und unsportlich. So wie man es vom Fußball kennt. Mit meinen einigen Jahrzehnten Hallenerfahrung beim Handball habe ich es zum Glück selten erlebt. Und möchte es auch in Zukunft nicht mehr erleben.“

Für den TVHB spielten und trafen: Jessica Boehk und Melissa Schween – Natalie Brunke, Celia Heitefuß, Elea Kirchberg, Alina Könecke (8/1), Katharina Müller (10), Monja Nagel (3/1), Natalie Pagel (2), Greta Piontek, Janina Thiemann (3/1).

Jetzt ist erst einmal die Weihnachtspause angesagt. Wenn es im neuen Jahr weitergeht, steht für das Junior-Team am 11. Januar zunächst das letzte Vorrundenspiel gegen die HSG Heidmark daheim an.