Heimpremiere der weiblichen B

Alle Spielerinnen der B-Jugend samt Trainer feierten Sonntag ihren Einstand in der Salz­weg­Arena. Der Rahmen hätte besser nicht sein können, vorab spielte die 1. Damen gegen den VfL Wolfsburg, nach uns trat die A-Jugend gegen den VfL Wolfsburg an und die B-Jugend hatte es – tadaaaa- mit dem VfL Wolfsburg zu tun. Dreimal den VfL ohne Punkte nach Hause schicken? Nur wenn die Mannschaft nach ihrem verheerenden Auftritt in der Vorwoche ihre Ein­stellung wiederfand, war überhaupt an einen Erfolg zu denken.

Katha vor dem Wolfsburger Tor
Foto: U. Pichlmeier

Letzte Saison hatten sich die Mädchen von Kathrin Mürmann über die gesamte Spielzeit hinweg deutlich gesteigert, einige Leistungsträgerinnen waren zudem in der Mannschaft verblieben. Allerdings überraschte Wolfsburg nach einem Auswärtssieg in Dorfmark letzte Wochen mit einer klaren Niederlage im Derby gegen Weyhausen, so dass wir davon ausgehen durften, dass auch der VfL noch nicht richtig in der Saison angekommen war. Die erste Halbzeit spielten beide Teams fast auf Augenhöhe, boten aber noch keinen Oberligahandball. Wir mussten nach wie vor ohne Pia auskommen und Torhüterin Nele fiel dem Rotationssystem zum Opfer. Die übrigen Mädchen taten sich schwer, das einfachste technische Handwerkszeug zu meistern. Etwa vierzig Sekunden von Schluss waren wir in Ballbesitz und hätten im Gegenstoß zum 11:12 Anschlusstreffer aufschließen können. Ein unbedrängter Kamikazepass landete beim Gegner, der wiederum den Ball verlor, der nächste Kamikazepass landete beim Gegner und dieses Mal voll­streckte Wolfsburg mit dem Pausenpfiff zum 10:13.

Drei Tore Rückstand sind bekanntlich gar nichts und wir besprachen unseren Plan für die zweite Halbzeit, um uns wieder ins Spiel zu kämpfen. Nachdem aber nichts aus der Halbzeitbesprechung in die zweite Hälfte mitgenommen wurde, lagen wir beim nächsten Team Time Out schon mit acht Toren hinten. Da heute ohnehin niemand Trainer­anweisungen befolgte, gab es im Time Out auch kein weiteres Input.

Der Gegner war heute schlagbar. Beim 24:28 nahm Wolfsburg beide Punkte verdient mit. Gefühlte fünfzehn Badenstedter Fehlpässe auf Füße, in drei Meter Höhe, ins Publikum, ins Seitenaus, zum Gegner oder wo man sonst noch so den Ball unbedrängt hinschmeißen kann, weniger – und ein Sieg wäre machbar gewesen. Zwei regelwidrig ausgeführte Freiwürfe, wie man sie sich spätestens in der D-Jugend abgewöhnt hat – und ein Sieg wäre machbar gewesen. Einen Bruchteil der unzähligen Sperren Kathas am Kreis auch nur ansatzweise genutzt, statt jede einzelne Sperre zu ignorieren – und ein Sieg wäre machbar gewesen. Die Auslösehandlungen zu spielen, wie sie angesagt waren, nämlich Übergänge gegen den Ball, weil gerade die Abwehr auf ballferner Seite unaufmerksam war, statt die Ansage zu ignorieren bis die Adressatin in Ballbesitz und die Situation vorüber war, um dann einzulaufen – und ein Sieg wäre machbar gewesen.

Man kann nicht behaupten, die Mannschaft wolle gar nicht gewinnen, auch wenn der neutrale Zuschauer auf die Idee kommen könnte. Nach der Blamage in Dorfmark war zumindest ein Wille erkennbar, sich dem Wettkampf zu stellen. Allerdings standen sich die Mädchen fünfzig Minuten lang selbst im Weg. Auch wenn das Team längst noch nicht eingespielt ist, könnten wir in der Oberliga mithalten. Wenn die Köpfe frei wären und sich der Gedanke durchsetzen würde, dass Traineranweisungen anders aufzunehmen sind als beispielsweise der Wetterbericht …

Bericht des VfL Wolfsburg