Feuer im Herzen + kühler Kopf: Junior-Team feiert Auswärtssieg in Osnabrück

Auch im dritten Saisonspiel blieb das Junior-Team des TV Hannover-Badenstedt ungeschlagen und konnte beim 28:31 (14:14)-Auswärtserfolg bei der HSG Osnabrück beide Punkte entführen. Durch den insgesamt verdienten Sieg gegen den starken und nie aufsteckenden Aufsteiger verbessern sich die Jungen Wilden mit 5:1 Punkten auf den dritten Tabellenplatz hinter den verlustpunktfreien Teams der HSG Heidmark und des MTV Vater Jahn Peine.

Die erste Überraschung hatten die Gastgeberinnen schon vor Spielbeginn parat, als die bisherige Toptorschützin Lisa Meyer wegen Krankheit nicht auflaufen konnte. Dass dies nicht unbedingt ein Vorteil für die Mannschaft des TVHB sein musste, wurde von Christian Hungerecker – er vertrat den verhinderten Diego Athens – und Christiane Gorn schon bei der Vorbesprechung thematisiert und zeigte sich dann auch im Spielverlauf.

Das 1:0 für die HSG durch Femke Bomhorn, die mit 6 Treffern an diesem Tag beste Osnabrücker Torschützin, konnten wir zwar schnell egalisieren und unsererseits nach sieben Minuten mit dem 3:4 durch Lara Niemann in Führung gehen. Danach fanden die Spielerinnen von Jörg Elbel und Volker Krems aber immer besser ins Spiel. Mit drei Toren in Folge konnten sie sich bis zur 15. Minute mit 8:5 Toren absetzen. In den folgenden zwei Minuten verwarfen unsere jungen Damen drei Siebenmeter in Folge, statt des Ausgleichs blieb es beim 9:6 und dem Rückstand.

Als dann anschließend Celia Heitefuß eine 2-Minuten-Strafe kassierte, rief Christian seine Spielerinnen zum Team-Time-Out an die Bank. Die Ansprache half, wir schafften den Anschluss zum 9:8. Die HSG zog zwar noch einmal mit drei Toren weg, in den verbleibenden sechs Minuten bis zur Halbzeitpause stellten wir aber den Anschluss her und gingen mit dem 14:14-Ausgleichstor durch Marieke Heilmann in die Kabine.

In die zweite Hälfte erwischte unser Team den klar besseren Start. Sophia Nagel mit dem ersten verwandelten Siebenmeter, Greta Piontek und noch einmal Sophia zum 14:17 sorgten für die erste 3-Tore-Führung des TVHB. Wir bekamen den Gegner immer besser in den Griff und bauten bis zur 45. Minute den Vorsprung kontinuierlich auf fünf Tore aus (18:23). Das anschließende Team-Time-Out von Jörg Elbel brachte unsere Mannschaft dann leider doch wieder aus dem Konzept.

Durch einige technische Fehler und überhastete Abschlüsse luden wir die HSG zu Gegenstößen ein, die diese konsequent nutzten. Zudem zeigte sich auch unsere rechte Deckungsseite wiederholt löchrig und ließ Tore über die Außenposition zu. Der Vorsprung schmolz dahin, nach dem 25:25-Ausgleich tobte die Halle und Christian legte seinerseits sieben Minuten vor Ende der Partie die grüne Karte auf den Tisch des Kampfgerichts. Wer würde jetzt die bessere Ansprache für die Crunch-Time finden?

Das 26:25 der HSG durch Katharina Assmann egalisierte Natalie Brunke. Weitere zwei Tore durch Pia Oetjen und Natalie Pagel brachten das 26:28 für uns. In der 58. Minute erhielten wir dann den insgesamt achten Siebenmeter (4 waren schon verworfen) zugesprochen. Christian blickte kurz in die Runde und schickte Monja Nagel an den Punkt. Die behielt die Nerven und verwandelte kompromisslos zum vorentscheidenden 26:29. Natalie Pagel und Marieke Heilmann tüteten dann den 28:31 Erfolg endgültig ein.

Christiane und Christian zeigten sich nach dem Spiel sehr zufrieden mit ihrer Mannschaft.

Wenn man bedenkt, dass unser neu gegründetes Junior-Team nur noch zur Hälfte aus Spielerinnen der Mannschaft besteht, die letztes Vize-Meister geworden ist und deutlich verjüngt worden ist (Anmerkung der Redaktion: Durchschnittsalter 19 Jahre), dann bin ich sehr positiv überrascht über die jetzt schon gezeigte mannschaftliche Geschlossenheit“, äußerte sich Christian nach dem Spiel. „Alle Spielerinnen haben mit sehr viel Feuer im Herzen gespielt und gekämpft. Auf der anderen Seite haben sie bei dem sehr wechselvollen Spielverlauf aber auch einen kühlen Kopf bewahrt und sich nicht durch die Kulisse beeindrucken lassen.