Erwischt – Junior-Team gibt erstmals beide Punkte ab

In einem von zwei starken Abwehrreihen geprägten Spiel musste sich die Zweitvertretung des TV Hannover-Badenstedt erstmals in dieser Saison geschlagen geben, wenn auch knapp und wieder mit großem Kampfgeist. Der MTV Rohrsen entführte am Ende verdient beide Punkte aus der SalzwegArena und zieht mit 6:2 Punkten an uns vorbei auf den dritten Tabellenplatz. Unser Junior-Team (5:3 Punkte) rutscht zwei Plätze auf Rang 5 der Oberliga Niedersachsen ab, neuer Vierter ist unser nächster Gegner, die HSG Plesse-Hardenberg (6:2 Punkte). Ganz vorn stehen weiterhin ohne Punktverlust die HSG Heidmark und der MTV VJ Peine.

Nach ausgeglichenem Spielbeginn und erstmaliger und am Ende auch einziger Führung für unser Team beim 4:3 nach zehn Minuten, dominierten die Gäste aus Hameln die erste Hälfte zunehmend. Die Abwehr war von Gästetrainer Carem Griese hervorragend auf unsere Jungen Wilden eingestellt, denen es aber auch nicht gelang, entscheidenden Druck auszuüben. Die Abschlüsse waren dementsprechend nicht zwingend und die Torhüterin der Rohrsenerinnen, Julia Oschmann, konnte sich im guten Zusammenspiel mit ihrer Deckung wiederholt auszeichnen. Über 5:7 und 6:10 setzten sich die Gäste auf vier Tore ab. Eine doppelte Unterzahl kurz vor Ende der ersten Halbzeit brachte dann die 7:12 Führung für den MTV.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild lange Zeit unverändert. Im Angriff konnten wir die Deckung nicht wirklich in Verlegenheit bringen. So bauten die Gäste ihren Vorsprung langsam, aber stetig bis auf 11:17 Tore in der 45. Minute aus. Für die meisten der 100 Zuschauer in der gut besuchten SalzwegArena war das Spiel gelaufen und es war nur noch die Frage, wie hoch es ausgehen wird.

Die zwischenzeitliche Umstellung von der offensiven 3:2:1-Deckung auf die 6:0-Formation brachte aber eine neue Stabilität in unsere Abwehr, die die Rohrsener vor eine neue Aufgabe stellte, mit der sie zunehmend Schwierigkeiten bekamen. Zudem machte sich auch langsam ein Kräfteverschleiß und damit einhergehend ein Nachlassen der Konzentration bemerkbar. Nach dem 12:18 durch MTV-Linksaußen Carina Neumann drehten die Jungen Wilden plötzlich auf. Ein 5:0-Lauf des TVHB durch Celia Heitefuß, Elea Kirchberg sowie dreimal Sophia Nagel vom 7m-Punkt ließ die Halle kochen und brachte in der 55. Minute den 17:18 Anschluss. Auf einmal drohte das Spiel zu kippen, als die Gäste im folgenden Angriff auch noch den Ball durch einen technischen Fehler verloren.

Den Ballbesitz zum möglichen Ausgleich konnten unsere Spielerinnen aber nicht nutzen, im Gegenzug traf  Victoria Pook mit einem wunderschönen Fernwurf von 11m ins Dreieck zum vorentscheidenden 17:19. Als sie dann mit ihrem siebten Tor drei Minuten vor Ende der Partie auch noch den 20. Treffer der Gäste markierte, war die Partie entschieden. Celia blieb es vorbehalten, mit dem 18:20 das letzte Tor des hochspannenden Spiels zu erzielen.

Der Erfolg der Gäste, die in Torhüterin Julia Oschmann ihre beste Spielerin hatten, ist verdient, da sie weite Strecken des Spiels dominierten, stand aber aufgrund des unbändigen Kampfgeistes unserer jungen Damen am Ende durchaus auf der Kippe. „Letztendlich waren es am Ende ein technischer Fehler hier, ein technischer Fehler da, die uns die Punkte gekostet haben“, befand Diego Athens nach dem Spiel. „Das zog sich aber von Anfang an durch das gesamte Spiel und brachte uns am Ende um den Lohn der tollen Aufholjagd. Meine Mannschaft hat wieder Herz gezeigt und Kopf sowie Schultern trotz 45 Minuten mäßigem Spiels nicht hängen lassen. Darauf bin ich Stolz und sie haben meinen Respekt dafür.

Viel Zeit zum Verarbeiten der ersten Saisonniederlage bleibt nicht. Am kommenden Donnerstag, dem Tag der Deutschen Einheit, geht es zum nächsten schweren Spiel gegen den Tabellenvierten der HSG Plesse-Hardenberg.

Für das Junior-Team spielten und trafen im Tor Jessica Boehk und Melissa Schween – Natalie Brunke, Marieke Heilmann (1), Celia Heitefuß (2), Elea Kirchberg (3), Alina Könecke, Katharina Müller, Monja Nagel (4), Sophia Nagel (6/6), Lara Niemann, Nathalie Pagel (2), Greta Piontek, Luisa Warmboldt.