Einspruch stattgegeben: Bundessportgericht hat entschieden

Nach über 2 Monaten Wartezeit traf am heutigen Abend die Urteilsausfertigung ein. Dem eingelegten Einspruch des TVHB auf Grund eines nicht gezählten (aber erzielten Treffers) beim Auswärtsspiel in Oldenburg wurde stattgegeben.

Somit ist das Spiel zu wiederholen und vom DHB neu anzusetzen. Einspruchsgebühr und Auslagenvorschuss werden uns erstattet.

Mitentscheidend in der Urteilsprechung waren offensichtlich die Stellungnahmen des Schiedsrichtergespanns sowie von Zeitnehmer/Sekretär, die den Fehler zugaben bzw. ihn nicht ausschließen konnten.

Zur Überzeugung der Kammer steht damit ein Verstoß gegen die IHF-Regel 9:2 fest. § 55 Abs. 2 RO setzt indes für eine Neuansetzung voraus, dass die Kammer den Regelverstoß auch für spielentscheidend hält. Dies ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts stets dann anzunehmen, wenn das Spiel mit einem Tor Unterschied endet. (vergleiche etwa DHB Bundessportgericht, 02/2006) In einer solchen Fallkonstellation ist grundsätzlich von einem spielentscheidenden Regelverstoß auszugehen. Dies ist
anzunehmen vor dem Hintergrund, dass bei korrekter Zählung der geworfenen Tore ein anderes Ergebnis (Unentschieden/Sieg der anderen Mannschaft) festzustellen gewesen wäre.

So liegt der Fall auch hier. Das Spiel endete mit einem Tor Unterschied. Wären die erzielten Tore korrekt gezählt worden, hätte das Spiel mit 25:25, also mit Unentschieden und nicht mit einem Sieg für die Heimmannschaft gewertet werden müssen. Insoweit war die Tatsache, dass ein Tor für die Mannschaft des Einspruchsführers nicht gezählt wurde, entscheidend für den Spielausgang.

Dem Antrag des Einspruchsführers auf Neuansetzung des Spieles war somit zu entsprechen. Zu einer Korrektur der Wertung, die ohnehin nicht beantragt war, ist die Kammer nicht befugt. Entsprechend § 56 Abs. 6 RO kann die Kammer die Wiederholung bzw. Neuansetzung des Spieles verfügen.

Gegen dieses Urteil ist das Rechtsmittel der Revision gem. § 30 Abs. 4a) RO zulässig. Die Revision muss binnen zweier Wochen nach Zugang einer Ausfertigung des Urteils einlegt werden.