Eine Deutsche Meisterschaft in der Pandemie? – Das klappt nur mit positiv denkenden Verrückten

In zehn Tagen eine Deutsche Meisterschaft der weiblichen B-Jugend zu organisieren, ist schon in normalen Zeiten eine Herausforderung. In Zeiten einer weltweiten Pandemie könnte man aber glatt von einem Himmelfahrtskommando sprechen. Was sind das für  „positiv denkende Verrückte“, die für den Jugendsport Freizeit ohne Ende opfern und Kilometer wie ein Fernfahrer abreißen? Mit einigen Wenigen der tragenden Säulen der Veranstaltung des weiblichen U17 Final Four in Hannover, aber auch mit Zuschauern haben wir gesprochen. Ihre Aussagen stehen stellvertretend für viele weitere Engagierte, die hier nicht zu Wort kommen, aber für das Gelingen der Veranstaltungen ebenso wichtig waren.

Der Organisator

Bernd Schröder, Abteilungsleiter Handball beim ausrichtenden TV Hannover-Badenstedt, liefen viele Fäden zusammen. „Nach den Siegen unserer Mannschaft gegen Dortmund und Frankfurt reifte bei mir und einigen Mitstreitern der Gedanke, das Final 4 auszurichten. Von den Eltern der Spielerinnen und aus dem Verein haben wir Zuspruch und Unterstützung bekommen“, beschreibt er eine „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Stimmung für die erfolgreiche Bewerbung zur Ausrichtung der Endrunde bei sich und seiner Führungsriege. „Zusammen mit dem Deutschen Handballbund, den Verantwortlichen des TuS Vinnhorst, die uns dankenswerter Weise ihr funkelnagelneues Sportzentrum zur Verfügung gestellt haben, sowie mit  intensiv gepflegten Kontakten zum Gesundheitsamt haben wir das tatsächlich in Rekordzeit geschafft.“ Durch die positive Entwicklung der Inzidenzen in Region Hannover, sei sogar die Teilnahme von Zuschauern möglich gewesen. Würde er erneut eine Deutsche Meisterschaft organisieren? „Mit Deutschen Meisterschaften bin ich erstmal durch; ich denke jetzt eher an eine EM oder WM“, sagt er augenzwinkernd.

Der Hallensprecher

Als Stabsfeldwebel der Bundeswehr hat Uwe Pichlmeier gelernt die richtigen Worte zu finden. Auch in den Halbfinalspielen sowie den beiden Endspielen fand er den richtigen Ton und brachte die Zuschauer in Stimmung. „Engagierte Spielerinnen brauchen auch Unterstützung. Die gebe ich gern“, beschreibt der ehemalige Berufssoldat seine Motivation sich zwei Tage Fusseln an die Lippen zu reden. „Nebenbei“ zeichnete er auch für das Hallenheft verantwortlich, dass auf Grund der Pandemie aber nicht als Druck- sondern im Onlineformat produziert wurde.

Die Testerinnen

Vor einem Handballspiel fremden Leuten in der Nase zu bohren, das hätten sich Yvonne Bielfeld und Christiane Gorn vor zwei Jahren auch noch nicht träumen lassen. Yvonne Bielfeld wertete nicht nur die Tests aus, zusammen mit ihrem Arbeitgeber – Dr. Philipp Arndt – organisierte sie auch, dass sämtliche Tests als kostenfreie Bürgertests möglich waren (dafür gilt nochmals unser ganz großer DANK!!!). „Das Glänzen in den Augen der Mädels, die dieses Turnier spielen dürfen, ist für uns der schönste Lohn“, sagte Christiane Gorn, die über 250 Mal ein Teststäbchen in die Nase einführte.    

 

Der technische Delegierte

Kay Holm begleitete drei der vier Finalrundenspiele und unterstützte die vom Deutschen Handballbund nominierten Schiedsrichtergespanne. „Die Jugendveranstaltungen werden immer mit viel Herzblut ausgerichtet. Das war auch hier in Hannover zu merken, die Rahmenbedingungen in dieser funkelnagelneuen Halle waren Tipp-Topp. Da kommt man gern“, sagte der ehemalige Bundesligaschiedsrichter.

Die DHB-Vizepräsidentin

Nach diesem beiden temporeichen Finalspielen muss ich erst einmal durchschnaufen. Allen Beteiligten meinen herzlichen Dank, dass sie den Handball so eindrucksvoll in die Halle zurückgeholt haben“, sagte Monika Wöhler bei der Siegerehrung. Die DHB-Vizepräsidentin hatte bereits bei den Halbfinalspielen am Vortag auf der Tribüne gesessen.

Die Altmeisterinnen auf der Tribüne

Es ist doch schön, ohne persönlichen Druck als Zuschauer auf der Tribüne zu sitzen“, sagte Heike Krüger, die Badenstedter Meistertrainerin von 2012, ganz entspannt. Krüger hatte es sich nicht nehmen lassen zusammen mit sieben Spielerinnen ihres alten Meisterteams auf der Tribüne die Daumen zu drücken. Darunter auch die mittlerweile für den Buxtehuder SV in der Bundesliga spielende Mieke Düvel. „Ich freue mich für die Mädels, wenn es klappt“, sagte Düvel bereits in der Pause.

Fachmann für Hallentechnik

Yannick Scharf ist nicht nur Schiedsrichter und Spielwart beim TuS Vinnhorst, auch mit der Hallentechnik im neuen Sportzentrum der Vinnhorster kennt er sich bestens aus. Ob Internet oder Licht, Scharf fand immer den richtigen Anschluss. „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Badenstedt ging Hand in Hand, nicht zuletzt deswegen ist die Veranstaltung so gelungen“, freute sich Scharf über die Zusammenarbeit in der Handballfamilie.

Der Hobbyfotograf

Carsten Peter Schulze hat in der Fotografie zwei Schwerpunkte. „Konzert- sowie Sportfotografie sind meine Leidenschaft. Außerdem habe ich ein Herz für den Jugendsport“, empfand Schulze die Dokumentation der Veranstaltung nach langer sportfreier Zeit als persönliche Bereicherung