D E U T S C H E R   M E I S T E R !!!

Hey, was geht ab? Wir haben die Meisterschaft!! oder An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit

Diese beiden Songs prägten das Sangesgut auf der 7,5-stündigen Rückfahrt aus dem Schwarzwald in den Meisterstadtteil. Dazu noch unzählige Fangesänge, mit denen Autobahnraststätten und McDonalds-Filialen beschallt wurden. Was war bis dahin passiert?

Der Tag begann mit einem andauernden Landregen, der das geplante Programm (einen kleinen Ausflug zum Geroldsauer Wasserfall inkl. Einkehr und kleinem Imbiss) über den Haufen warf. Also kurze Rückfrage in der Südbadischen Sportschule, ob eine Verlängerung des Aufenthaltes inkl. Einnahme eines Mittagessens möglich sei. Dies war kein Problem – übrigens hatte die Mannschaft hier ideale Voraussetzungen und Ruhe. Ein Dank an dieser Stelle an die Südbadische Sportschule für die tolle Unterbringung. Der Fantross verbrachte den Vormittag in Bühler Cafés, in Baden-Baden oder Straßburg bevor er sich am frühen Nachmittag in die Bühler Sporthalle aufmachte. Hier trafen auch noch einige HSG-Spontanfans ein, die die Reise ins Badische unternommen hatten, so dass die Handballgirls von fast 100 Anhängern supportet wurden.

Die Halle füllte sich zum Finale bis auf den letzten Platz und bot eine tolle Atmosphäre. Als dann die Mannschaften mit den Einlaufkids das Spielfeld betraten und die Nationalhymne erklang, herrschte schon bei vielen Fans Ergriffenheit. Von diesem Event wollte ich auch wieder für die vielen Fans in der Heimat den Liveticker bedienen, was eine ziemliche Quälerei darstellte. Die Gegend in und um Bühl erwies sich als regelrechtes Funkloch, was die Versorgung durch bestimmte Mobilfunkanbieter angeht. Und auf unsere Seite griffen gestern über 8000 Besucher zu, davon allein 3500 Tickerzugriffe. Es gesachah, was geschehen musste: Die Internetverbindung brach wieder zusammen – und der Tickerreporter fast auch. In einem Finale, das für ZuschauerInnen in die Rubrik „gesundheitsgefährdend“ eingestuft werden muss, setzen sich die HSG-Girls mit 30:28 nach Siebenmeterwerfen gegen die Heimmannschaft der SG Kappelwindeck/Steinbach durch.

Von Beginn an entwickelte sich ein enges Match, in dem beide Teams auf die bewährte 3:2:1-Abwehr setzten. Kappelwindeck/Steinbach kam immer wieder über die Kreis- und Linksußenposition zu Torerfolgen während die HSG von allen Positionen traf. Keine Mannschaft konnte sich in der 1. Hälfte mit mehr als 2 Toren absetzen.

Foto: Jörg Zehrfeld
Nach der Pause zog die HSG auf 18:14 davon, schwächte sich aber mehrmals durch Zeitstrafen, die die nicht immer sicheren Schiedsrichterinnen gegen die HSG aussprachen. In den letzten 2:30 Minuten war Dramatik pur angesagt. Zunächst erhielt Celina beim Spielstand von 22:22 eine Zeitstrafe. Da vorher ein Spielerinnenwechsel von Celina zu Tina angesagt war und Tina die Zeitstrafe nicht registrierte (da das Kampfgericht zum Zeitpunkt des Anpfiffs den Strafzeitenzettel nicht platziert hatte …), erhielt die HSG eine weitere Zeitstrafe und musste das Spiel in doppelter Unterzahl weiterführen. Dieses Missgeschick nutzte die SG zum schnellen 23:22, der von über 1100 Zuschauern begeistert bejubelt wurde. Als dann Saskia nach einem weiteren Foul auch noch eine Strafe bekam und die SG den fälligen Strafwurf zur 2-Tore-Führung verwandelte, war die Halle ein Tollhaus – und auf der SG-Bank begannen schon die ersten Freudentänze.

Nun kam die Zeit der „Kampfschwein-Fraktion“: Leonie, Annika (trotz einer in der 40. Minute erlittenen Knöchelverletzung (knöchernder Abriss und Anbruch) …) und Lena S. schafften das Unmögliche und gewannen diese Phase durch 2 Tore von Lena S. aus fast unmöglichem Winkel mit 2:1. Spielstand: 25:24 und noch 30 Sekunden zu spielen. Team Timeout durch die SG, die nach dem Anpfiff den Ball an Annika verliert, die 15 Sekunden vor dem Spielende zum 25:25 per Tempogegenstoß einnetzt. Der letzte Angriff der SG ist eine Beute von Chantal, Schlusspfiff, Siebenmeterwerfen …

Die HSG beginnt, Kathrin verwandelt und die SG scheitert an Marnie. Auch Lena S., Michelle, Tina und Saskia verwandeln, so dass sich die Spannung um kurz vor 17 Uhr in unbeschreiblichen Jubel bei Mannschaft und den fast 100 mitgereisten Fans entlud. Vielen Dank an dieser Stelle auch den Zuschauern aus Leipzig und Ratekau, die uns unterstützten!

Foto: handball-server.de

Das Finale bot das, was Handball auszeichnet: Athletik, Dramatik, Kampf aber auch technische Finessen. Kurzum: Es war Werbung für unseren Sport.

Neben der errungenen Meisterschaft wurde Lena Seehausen auch noch als beste Spielerin des Turniers durch Jugendbundestrainerin Ute Lemmel ausgezeichnet.

Um 18:20 Uhr brach der HSG-Bus gen Hannover auf, wo er erst weit nach Mitternacht eintraf und die Party erst nach Sonennaufgang endete.

Ein großes Lob gebührt dem örtlichen Veranstalter, der SV Kappelwindeck. Das Team um Orga-Chefin Claudia Golland hat ein tolles Event auf die Beine gestellt und darf stolz auf ein nettes und aufmerksames Team sein. Und wir sind mehr als neidisch auf die Neue Sporthalle Bühl …

Alle Ergebnisse (SIS)
Bericht Handballgirls
HVN-Bericht und Fotogalerie
Bericht TSV Ratekau
Bericht HC Leipzig
Bericht von der Handballgirls-Seite
Bühler Tagblatt: Bundestrainer zeigt sich beeindruckt
Bericht handball-world.com
Handball-Server: Bericht und Fotos (diese über 200 Fotos vermitteln einen prima Eindruck von der Atmosphäre)