BVB, alles nur Fußball, oder was?

Nachdem sich die weibliche B-Jugend der HSG Hannover-Badenstedt vor zwei Wochen gegen den VfL Bad Schwartau im Achtelfinale durchgesetzt hat, lautet jetzt die nächste Aufgabe im Viertelfinale BV Borussia Dortmund. BVB – da klingelt es bei allen Sportinteressierten und man denkt sofort an Fußball, Signal Iduna Park, Südkurve. Aber das der Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund – Borussia ist der neulateinische Name für Preußen – mehr zu bieten hat als nur die Volkssportart Nr. 1 in Deutschland wird bei etwas Recherche deutlich.

Als dritte Abteilung des Vereins wurde 1924 die Handballabteilung des BVB ins Leben gerufen, zunächst den Leichtathleten angegliedert, später jedoch selbstständig. In der Frühzeit waren insbesondere die Herren auf regionaler Ebene erfolgreich, denn schon 1931 konnte der Aufstieg in die höchste Spielklasse geschafft werden. Seit 1926 betrieben aber auch Frauen innerhalb des BVB Handball.

Die Handballabteilung hat bis heute neben der Fußballabteilung die größten Erfolge vorzuweisen; ihre erste Frauenmannschaft gewann 1997 zunächst den DHB-Pokal (im Finale in Riesa wurde der TV Lützellinden mit 24:22 besiegt) und stand danach im Endspiel um den EHF-Pokal, wo sie Olimpija Ljubljana aus Slowenien unterlag. Zudem wurde sie 1999 hinter dem VfB Leipzig deutscher Vizemeister, zwischen 1996 und 1998 sowie 2000 belegte die Mannschaft den dritten Platz in der Abschlusstabelle. Letzter größerer Erfolg der Borussinnen war der Challenge-Cup-Sieg 2003 gegen den HC Selmont Baia Mare aus Rumänien. In der ewigen Bundesligatabelle steht der BVB auf Platz 7 und kämpft noch um die Europapokalplätze als derzeit Tabellenvierter.

Aber auch die Nachwuchsarbeit hat in den letzten Jahren deutlich zugelegt. Die weibliche A-Jugend spielte aktuell in der Jugendbundesliga und hat das Final-Four-Turnier um die Deutsche A-Jugendmeisterschaft erreicht. Die weibliche B-Jugend erreichte im letzten Jahr das Finalturnier der Deutschen Meisterschaft und erreichte dort den dritten Platz. Aktuell spielen in der weiblichen B-Jugend 6 Spielerinnen der Jahrgänge 2001 und 2002, die zum Kader der Jugendnationalmannschaften U18 und U16 gehören.

In der abgelaufenen Saison der Oberliga Westfalen gewannen die Dortmunderinnen die Staffel 2 mit einer blütenreinen Weste von 20:0 Punkten und einem Torverhältnis von durchschnittlich +13 Toren pro Spiel. Nachdem die Mannschaft von Trainer Henning Schierbaum sich im Halbfinale um die Westfalenmeisterschaft deutlich gegen den TV Hörste durchgesetzt hat, bezwang man auch die HSG Blomberg-Lippe im Finale mit 22:21 und 29:19 und feierte die Verbandsmeisterschaft.

Im Achtelfinale der Deutschen B-Jugendmeisterschaft hieß der Gegner TSG Friesenheim, der Meister der Oberliga Rheinland/Pfalz/Saar. Mit einem 31:16 Erfolg in eigener Halle legte der BVB den Grundstein für das Erreichen des Viertelfinales, das dann mit einem 17:27 in Friesenheim klar gemacht wurde. Summa summarum eine bislang optimal verlaufene Saison ohne eine einzige Niederlage.

Was heißt das für unsere B-JUNGWILDEN? Trotz der im Entscheidungsspiel gegen den VfL Oldenburg gewonnenen Verbandsmeisterschaft des HVN/BHV und des souveränen Weiterkommens gegen den VfL Bad Schwartau sehen wir unseren jetzigen Gegner als Favoriten. Dazu sind die Westfalen zu gut besetzt und bislang zu dominant in der Saison aufgetreten. Dazu kommt auf unserer Seite die schwere Sprunggelenksverletzung von Goalgetterin Anabel Heitefuß, die sie sich in der vergangenen Woche beim Bundesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“ zugezogen hat. „Das ist ein herber Verlust, der uns schwer trifft“, so Trainerin Denise Friebe. „Auf der anderen Seite haben auch wir einen qualitativ gut besetzten Kader, der schon im Verlauf der Saison einige Ausfälle zu kompensieren hatte wie z.B. die Langzeitverletzungen von Amelie Möllmann, Maraike Kusian und Monja Nagel, die uns die gesamte Vorrunde bis in den Dezember gefehlt haben. Auch damit sind wir gut zurechtgekommen.“

Kann ihr Team verletzungsbedingt nur von der Bank unterstützen – Nationalspielerin Anabel Heitefuß